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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 87

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 87)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1546-2645890
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Von dem Kampf der Juden um diese Altschul berichtet J. Prokes." Als in uen neunziger Jahren des 17. Jahrhunderts die Frage der Reduktion der Judenstadt aktuell geworden war, kam in erster Reihe das Viertel „Bei der Altschul" in Frage, da dieses von christlichen Häusern umgeben war; mit ihm sollte auch die Altschul für die Juden verloren sein. Am 25. April 1690 ersuchten die Judenälösten um ihre Erhaltung, da zwischen den jüdischen und christlichen Häusern genügend Raum sei. Beinahe gleichzeitig (am 20. Mai 1690) legten die Verwalter der Altschul dem Kaiser eine Supplik vor, um die Altschul, welche im Februar geschlossen worden war, benützen zu dürfen, und wiesen darauf hin, daß sie die älteste, aus Stein gebaute und mit Dachziegeln gedeckte Prager Synagoge sei, welche wie durch ein Wunder im Jahre 1689 vor den Flammen gerettet wurde. Sie baten, diese Altschul in die Zahl der sechs Synagogen, welche der Kaiser den Juden bewilligt hatte, aufzunehmen.78 Der Kampf der Juden um die Altschul dauerte bis Juni 1703, wo sie wieder eröffnet und so für kurze Zeit gerettet wurde. Die Bezeichnung der Altschul als der ältesten Synagoge erhielt sich damals wahrscheinlich noch durch Tradition. Ältere Nachrichten über die Gründung der Synagoge sind nicht gefunden worden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die im Jahre 1142 abgebrannte Synagoge eine aus Holz gebaute Vorgängerin der Altschul war, obwohl diese Hypothese durch nichts gestützt werden kann. Alle diese Angaben bieten keinen Anhaltspunkt für die Bestimmung der Gründungszeit und der Situation der Synagoge. Es bleibt nur die Hypothese, daß die Synagoge in der heutigen Geistgasse doch die Altschul war. Wir gehen also zu der „neuen" Synagoge über. Im Jahre 1342 spricht eine Nachricht, welche auch Neuwirth erwähnt,79 von einem Hause „--sita in Subiudea contra novam Synagogam Judaeorura---44 Auch die Nachricht aus dem Jahre 136280 spricht vom Hause „. .. sitam inter Judaeis prope Novam scolam ..." Aus diesen beiden Nachrichten kann nichts anderes deduziert werden, als daß in diesen Jahren eine Synagoge existierte, die „neu44 genannt wurde. Dadurch ist keineswegs ihre Gründungszeit bestimmt. Noch während des ganzen 16. Jahrhunderts wird von der „Neuschul44 gesprochen — nicht einmal eine im 14. Jahrhundert erbaute Synagoge wäre nach ganzen drei Jahrhunderten neu; die Bezeichnung „nova44 drückt den Namen, nicht den tatsächlichen Stand aus. In derselben Handschrift finden wir eine ähnliche Bezeichnung aus dem Jahre 1402 „... penes novam synagogam Judaeorum ex nua.. .4< und aus dem Jahre 1404 „... penes novam synagogam dictorum Judaeorum.. ." W. W. T o m e k spricht ebenfalls zu den Jahren 1348 bis 137881 in 90 28

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