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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 86

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 86)
Language
German
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ihrer Frauen, Kinder, Verwandten und Dienerschaft... aus dem Jahre 1545.71 Ähnlich finden wir diese Bezeichnung des Viertels im Liber Judaetorum albus und im Liber eomtracuum Antiquae lM)is Pratensis72 bei den hier verzeichneten Nachrichten von Häuserkäufen und Verkäufen und verschiedenen Verträgen. Tomek73 teilt dann in den Jahren 1348—1378 die Judemstadt, welche er Subiudea, platea Judaeorum oder auch nur inter Judaeos bezeichnet, in zwei voneinander geschiedene Teile, „die jüdische Altschul" und „das eigentliche Judenviertel". Die Geschichte der Altschul, nach welcher das Viertel zweifellos benannt worden ist, schildert Teige74 folgendermaßen: „Heute, nach dem Umbau aus dem Jahre 1868 finden wir hier nichts Altes. Deshalb kann nicht geurteilt werden, wann und wo sie gegründet wurde. Es scheint, daß sie bei dem Pogrom im Jahre 1389 schon existiert hat. Im Jahre 1516 abgebrannt, ist sie neu eingewölbt worden, was im Jahre 1536 beendet wurde. Im Jahre 1622 wurde sie verlängert. Dann wurde sie durch einen kaiserlichen Beschluß im Jahre 1693 geschlossen und erst nach zehn Jahren wiedereröffnet. Nach der Verwüstung im Jahre 1744 im Auftrage des jüdischen Primators Israel Frankl Spiro kaum erneuert (1750), ist sie am 16. Mai 1754 schon wieder abgebrannt." D. J. Podiebrad erwähnt den Gottesdienst, der in der Altschul bis zum Jahre 1837 teilweise nach portugiesischem Ritus von sich ging,75 was die Richtigkeit der Tradition beweisen soll, daß hier eine orientalische, im Kultus von der übrigen Gemeinde abweichende Kolonie war. Die lokalen Prager Synagogalvorschriften wurden hier nicht beachtet. In dieser Überzeugung bestärkt ihn auch der Umstand, daß diese» Viertel von der übrigen Judenstadt durch christliche Häuser geschieden wurde. Die Ankunft dieser portugiesischen Juden datiert nicht aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, denn nach Abigdor Karo hat die Altschul schon im Jahre 1389 existiert, sondern nach Podiebrad aus der Zeit des Fürsten Hostivit (in den Jahren 843—873), von welchem berichtet wird, daß er in Sitten von der Bewohnerschaft abweichende Emigranten aufgenommen hat, eine sehr gewagte Erklärung. Im Jahre 1538 soll diese kleine Gemeinde ausgezogen sein. Im übrigen schildert er die Geschichte der Synagoge übereinstimmend mit Teige. Bei der Beschreibung der Geistgasse76 spricht Fr. Ruth von der gewesenen Altschul, welche angeblich im 12. Jahrhundert aus Portugal herübergekommene Juden gegründet haben. Als sie im Jahre 1389 abbrannte, waren hier jüdische Privatwohnungen, bis später hier wieder eine Synagoge erbaut wurde, die im Jahre 1516 den Flammen zum Opfer fiel; ungefähr im Jahre 1605 wurde die Altschul wieder errichtet, die brannte aber 1754 wieder ab. Im Jahre 1868 wurde sie nach den Plänen Prof. Nyklatas im „maurischen" Stil von Grund auf neu erbaut. 27 89

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