Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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derts sind bedeutend schlanker und bilden meistens Bündel; ihre Kapitale sind dann bedeutend größer (siehe die Karlshofkirche in Prag). Als weiteres Detail verdienen unser Interesse die eiförmigen Konsolen (Abb. 9). Analogien zu den mit dem oben beschriebenen Pflanzendekor verzierten Konsolen und zu solchen, die bloß mit drei nach oben an Breite zunehmenden, etwas vertieften abgesetzten viereckigen Prismen (Abb. VII.) verziert sind, finden wir überhaupt nur im Kapitelsaal und in der Schutzengelkapelle in Goldenkron.57 In der genannten Kapelte finden wir dann auch ein Portal mit ähnlich profiliertem Gewölbe, wie das Portal in der Synagoge. Diesen beiden steht sehr nahe das Portal am Eingang in die Sakristei in Hohenfurth. Hier wie in Goldkron sind die Portale in den in der Zeit Premysl Ottokars II. gebauten Teilen. Das die ganze Synagoge in der Höhe von ungefähr 2 m umlaufende Gesims ist keinesfalls für diesen Bau charakteristisch. Man findet es in jeder Synagoge — sein Zweck ist, die Wandlichter zu tragen. Er ist dann immer in der Profilierung der Bauzeit angepaßt.58 Die keilförmigen Rippen, die mit denen in der Synagoge übereinstimmen (Abb. 7), finden wir in der Krypta der frühgotischen Kirche in Kaurim, in den älteren Teilen der St. Bartholomäuskirche in Kolin59 und in der St. Margarethenkirche in Goldenkron, deren Entstehung in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts gelegt wird,00 also wiederum in die in die Zeit Wenzels I. und seines Nachfolgers fallenden Perioden. Die Ansatzschildehen, welche in der Synagoge mit Ausnahme der drei obenerwähnten Fälle die Ansätze sämtlicher Rippen decken, kommen in allen frühgotischen Bauten, von Tisnov angefangen, vor. In der Schutzengelkapelle finden wir sie zum letzten Male, in der Klosterkirche in Goldenkron sind sie nicht mehr. Diese Details, zu denen wir Analogien gesucht haben, bilden die Gliederung der Wand, ev. des Gewölbejoches. Betrachten wir die Wand der Altneusynagoge, so können wir sie mit keinem oben charakterisierten Bau des 14. Jahrhunderts vergleichen. Große Wandflächen sind hier nur wenig gegliedert durch einfache, halbrunde Dienste, und das um die ganze Synagoge laufende Gesims, unter welchem die Wand vollkommen ungegliedert bleibt; ihre Massivität ist keinesfalls negiert durch die engen Fenster mit einfach abgeschrägten, ungegliederten Gewänden. Ähnlich ist es auch mit den fünfteiligen, durch keilförmig profilierte Gurten und Rippen gegliederten Gewölbejochen. Dieses fünfteilige Gewölbe ist ohne Zweifel ein reduziertes, sehr frühes, sechsteiliges Gewölbe, zu dem wir in Böhmen keine Analogie finden. Zeitlich wie territorial stehen ihm am nächsten die fünfteilig eingewölbten frühgotischen Seitenschiffe des Magdeburger Domes.61 Wenn wir alle Bauten übersehen, in denen wir Analogien zu archi- 21 83