Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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damals wurde wahrscheinlich der ursprüngliche Aron umgebaut. An beiden Seiten der Treppe, deren rechte Seite ein einfaches schräges Steinpult des Vorbeters einnimmt, befinden sich, heute kaum an ihrer ursprünglichen Stelle, zwei Parapete aus Sandstein; ihr Ostrand ist heute 90 cm von der Wand entfernt. Im ganzen sind die Parapete 176 cm lang, 101 cm hoch und 19 cm breit. Ihre Umrahmung bilden beiderseits mit Maßwerk im Relief geschmückte Stützen. Drei von ihnen tragen 70 cm hohe, mit Triloben geschmückte Panele und zwei Messingbehälter für Öllämpchen. Der südwestliche Obelisk ist durch einen Sandsteinblock aus der Zeit der Renaissance ergänzt, den an den Seiten volutenförmige Konsolen schmücken. Er trägt einen barocken neunarmigen Leuchter. Zwischen den Randstützen durchbrechen die Parapete drei spitzbogige, mit Maßwerk geschmückte Arkaden mit schräggeschnittenem Profil. Von dem unteren Abschluß der Parapete kann man heute nichts aussagen, oben sind sie von einem Gesims umrahmt. Zwei Halbsäulen, welche mit dem Giebel die eigentliche Aedikula bilden und deren Schäfte mit Weintrauben und Akanten im Hochrelief verziert sind, stehen auf Sockeln, welche Volutenkonsolen auf Diamantenbossen bilden und das mit Perlstab geschmückte Gesims tragen. Aus dem ursprünglichen Bau ist zweifellos nur das Tympanon des Arons erhalten (Abb. IV.); wahrscheinlich war aber der Aron etwas höher, so daß er den hinter ihm befindlichen oben erwähnten Dienst und Kapital verdeckt, so daß er nicht sichtbar war und deshalb als einfache Bosse gelassen wurde.23 Die Seiten des Tympanons sind mit Eichenblättern besetzt, dem Gipfel entwächst eine Kreuzblume. Das Tympanon selbst schmücken aus einem Stamm wachsende Weinranken mit Blättern und Trauben, ähnlich wie im Tympanon des Eingangsportales im Südgang. Von der übrigen Einrichtung interessiert uns nur noch der künstlerisch sehr wertvolle Almemor, ein mit einem Gitter aus dem 16. Jahrhundert umgebenes Podium, welches den ganzen Raum zwischen den beiden Pfeilern einnimmt. Aus derselben Zeit stammen auch die Luster und an vielen Schildern befestigten Leuchter über dem Kordongesims. Soweit reicht der eigentliche Synagogenbau. In verschiedenen Zeiten wurde der Bau mit verschiedenen Zwecken dienenden Anbauten umgeben. Es handelt sich hier eigentlich um enge, niedrige, außen nur zu den Sohlbänken des Fensters reichende, einfache, nur durch Fenster oder Türen gegliederte, mit Pultdächern gedeckte Gänge. Den ältesten Anbau der eigentlichen Synagoge bildet ein etwa 4 Meter breiter, an ihre Südwand sich anlehnender Gang; der Eingang zu ihm war urspünglich in der Nordwand des Teiles, welcher heute in der westlichen Richtung das Hauptgebäude überragt, die in der Süd- 9 71