Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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Eichenblätter. Das die fünfte Rippe des mittleren Gewölbejoches der Nordseite tragende Konsol hat außerdem zwischen den Blättern kleine, gerippte Knäuel. (Abb. VI.). Die vier halbrunden Konsolen in den Ecken tragen kelchartige, längliche Kapitale, von denen das Dienstkapitäl in der südöstlichen Ecke und das des nordöstlichen Dienstes wiederum mit zwei Reihen übereinander stehender Weinblätter verziert sind. (Abb. VI.); das Kapitäl des südwestlichen Eckdienstes decken kleine, unsystematisch um den Kern des Kapitäls sich windende Eichenblätter auf langen Stielen, von denen kleine Eicheln abzweigen. Das Kapitäl des nordwestlichen letzten Eckdienstes trägt dreiteilige tief eingeschnittene Blätter, deren Enden an einigen Stellen bis auf die Deckplatte übergreifen, welche wie auf allen diesen Eckdiensten mit den die fünfte Rippe tragenden Konsolen übereinstimmt (Abb. 6.). Die die Gewölbegurte tragenden Dienste haben ebenfalls kelchartige Kapitale mit aufsitzenden aus einem höheren, geraden, oben nach außen gekehrten Glied mit einer massiven, in der Mitte der Höhe durch einen seichten Einschnitt gegliederten Platte. Der plastische Schmuck dieser Kapitäle ist verschiedenartig. Die Dienstkapitäle in der Mitte der Westwand und das Dienstkapitäl der Nordwand gegenüber dem Pfeiler sind so verziert, daß einem kurzen, gemeinsamen Stiel eiförmige längliche Blätter auf eigenen kurzen Stielen entwachsen, die dann die ganze untere Hälfte des Kapitels umkränzen (Abb. 6.). Über ihnen bilden dann gleiche Blätter ohne Stiel einen Kranz um den Kern des Kapitäls in der Art, daß die unteren Blätter die unteren Spitzen der oberen Blätter verdecken. Das Dienstkapitäl der Nordwand gegenüber dem westlichen Pfeiler deckt einfach eine Reihe hoher, etwas schräg gestellter Eichenblätter ohne Stiele (Abb. 6.). Das Kapitäl der Nordwand gegenüber dem Ostpfeiler umschlingen aus drei ähnlichen Stielen ähnlich wachsende, tief geschnittene Blätter und gerippte Knäuel (Abb. 6.). Den Dienst an der Ostwand verdeckt der Aron so, daß er weggemeißelt worden ist; von seinem Kapitäl sieht man bloß eine Bosse.26 Die Konsolen unter dem Kordongesims stimmen in Form und Dekor mit den die fünfte Rippe jedes Gewölbejoches tragenden Konsolen überein. Von der ursprünglichen Innenausstattung der Synagoge blieben nur die heute mit Holz verdeckten Steinbänke entlang der Süd- und Nordwand und Teile des Arons erhalten. Der Aron hat die Form einer Aedikula — ein von zwei Säulen und einem Gesims getragenes Tympanon — zu der fünf Steintreppen hinaufführen. Den Raum zwischen den Säulen, am Thoraschrank, schließt heute eine reliefartig gehämmerte Türe aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Man sieht jedoch Spuren einer früheren Tür oder eines Gitters. Die Architektur ist im Stile der Renaissance aus dem Ende des 16. Jahrhunderts; 70 8