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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 64

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644307--1523-2645867
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Was natürlich von allen bisherigen Erklärungen die glaubwürdigere ist. Zu der Datierung der Prager Synagoge fehlen jedoch Krautheiiner alle Kenntnisse der Architekturentwicklung in Böhmen während des Mittelalters. Indem er Parallelen zu dem plastischen Dekor des Portals und des Arons sucht, findet er sie in deutschen Bauten des 18. Jahrhunderts, in Marburg und Straßburg und in der Synagoge in Miltenberg. Das Blattwerk der Konsolen und Kapitale der Prager Synagoge scheint ihm jedoch schematischer, die naturalistische Form, von der das gotische Blattwerk ausgeht, ist vergessen. Nach ihm handelt es sich hier um das Blattwerk des 14. Jahrhunderts, wie es im Chor der Barfüßerkirche in Erfurt aus dem Jahre 1316 vorkommt. In dieselbe Zeit verlegt Krautheimer auch das Aufkommen der achteckigen Pilaster. Ältere, auf die Mitte des 13. Jahrhunderts hinweisende und in der Synagoge vorkommende Formen sind nicht ausschlaggebend; ausschlaggebend für die Datierung eines Baues sind immer nur die jüngsten Formen und diese weisen hier zweifellos in das erste Viertel des 14. Jahrhunderts, was bedeuten würde, daß die Prager Altneusynagoge nach dem Brande im Jahre 1316 entstanden ist. Nur sehr flüchtig erwähnt die Synagoge 0. Schüre r.23 Er verlegt sie in die Mitte des 14. Jahrhunderts, woran ihn nicht hindert, daß ihre Formen „herb wie die Frühgotik" sind, im Raumbild ist sie doch „schon dem modernen Geiste entsprechend4'.24 Also z. B. dem Raumbild der vor der Synagoge erwähnten Theinkirche. Die Bezeichnung, „altneu" begründet er mit einer Vorschrift, nach der eine neue Synagoge nur auf der Stelle der alten gebaut werden darf. Es gelang mir nicht festzustellen, wo eine solche Vorschrift vorkommt. Vorher spricht Schürer vom Synagogenbrand im Jahre 1142; hat also die relativ sehr große Prager jüdische Gemeinde vom Jahre 1142 bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts keine Synagoge gehabt? Und wie entstehen neue Synagogen dort, wo es früher keine gab, wenn sie nur auf der Stelle der alten gebaut werden dürfen? Aus der angeführten Literatur sehen wir, daß die Autoren in zwei Gruppen geteilt werden können, die eine setzt die Entstehung der Altneuschul ins 13., die andere ins 14. Jahrhundert. Die weiteren Ausführungen sollen zeigen, welcher dieser beiden Gruppen wir uns anschließen. Beschreibung der Altneusynagoge. Die Altneusynagoge ist kein einfacher Bau. Sie besteht aus dem eigentlichen, ursprünglich freistehenden Hauptgebäude, zu dem erst im Laufe der Jahrhunderte verschiedene niedrige Anbauten zugefügt wur- 5 67

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