Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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den. Dieses Hauptgebäude ist ein 15 Meter langes und 9 Meter breites Rechteck, aus Bruchstein gebaut und ursprünglich mit Anwurf.25 An die breiteren Seitenwände lehnen sich je zwei, an die engeren je ein Strebepfeiler an. Die Strebepfeiler der Nordwand sind aus Backstein und zum Unterschied von den anderen mit dem Mauerwerk des übrigen Baues nicht verbunden. Alle Strebepfeiler sind niedrig, nicht abgesetzt, mit Pultdächern gedeckt. Die glatten, von engen, tiefen, glatt und schief eingeschnittenen, oben mit Spitzbogen abgeschlossenen Fenstern durchbrochenen Wände tragen auf der Ost- und Westseite als Abschluß je einen aus Backstein gebauten dreieckigen Giebel. Der Westgiebel ist durch acht senkrecht ansteigende rechteckige Felder im Relief gegliedert. Seine Kontur bildet ein ansteigender Zinnenkranz. Den Ostgiebel gliedern in der dreieckigen Fläche fünf blinde Arkaden ebenfalls im Relief. Diese beiden, aus der Zeit um 1500 stammenden Giebel waren in der Zeit der Restaurierung Möckers so verfallen, daß sie nach altem Vorbild zum großen Teil umgebaut werden mußten. Dieses einfache Exterier wird von einem reichen Interieur (Abb. V. u. VI.) weit übertroffen, zu dem im westlichen Teil der Südwand ein reich geliedertes Portal (Abb. III. u. 2.) führt. Sein Gewände bilden zwei Birnstäbe, ein Wulst und drei Kehlen, die mit Ausnahme des äußeren Dreivierteldienstes, der ein eigenes mit Weinranken übersponnenes Kelchkapitäl trägt, ohne Unterbrechung auch noch die Archivolte bilden. Der Dreivierteldienst steht auf eigener wülstig geschlungener Tellerbasis. Die äußerste Kehle der Archivolte ist mit plastisch feingeschnittenen Knäufen besetzt. Den Innenraum teilen zwei achteckige, auf 75 cm hohen, abgeschrägten, ebenfalls achteckigen Sockeln stehende Pfeiler in zwei gleich hohe Schiffe und sechs Gewölbejoche. Von den Pfeilern, eigentlich von den je acht an ihnen befestigten Konsolen laufen Gurte auf halbrunde, bis unter das Kordongesims reichende Wanddienste, und den Gurten gleich profilierte Rippen (Abb. 7), auf Wandkonsolen, wodurch fünfteilige Gewölbejoche mit Schlußsteinen entstehen. Während der Restaurierung in den Jahren 1921/27 wurde an einigen Stellen festgestellt, daß die Rippen mit den Gewölbekappen nicht in festem Verband stehen; die Lücken betrugen bis 8 cm, und so entstand die Meinung, daß die Rippen an das fertige Gewölbe nachträglich angesetzt worden sind. Erst den eingehenden Nachforschungen des Staatlichen Denkmalamtes gelang es festzustellen, daß es sich nur um ganz geringe Rippenabschnitte handelt, die wahrscheinlich bei einem Brande beschädigt und nachher verbessert worden sind.22 Dort, wo auf den Konsolen oder Kapitalen die Rippen ansetzen, sind sie mit Ansatzschildchen versehen, kleinen, oben hier in der Synagoge mit kleinen Segmenten abgeschlossenen Flächen. Die 68 6