Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
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die Beeinflussung von hier als erwiesen an und versucht, diese Ansicht durch das Vergleichen der Prager Altneuschul mit der heute nicht mehr existierenden Regensburger Synagoge zu unterstützen. Er behauptet, daß im Mittelalter nach dem Typus der Regensburger Synagoge auch die Synagogen in Krakau, Eger und anderen Gemeinden gebaut wurden. Diese von Neuwirth auch noch in seinen späteren Arbeiten wiederholte Ansicht18 hat schon vor ihm Mikovec ausgesprochen,1* sonst in manchem mit Podiebrad übereinstimmend, zum Unterschied von Mertens,18 der sich für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts entschieden hat. Auf Mikovec stützt sich die Datierung Z. Winters.19 Mit Neuwirth polemisiert K. G u t h,20 welcher in der archivalischen Nachricht aus dem Jahre 1342 nichts anderes sieht, als daß in diesem Jahre die Synagoge existiert hat und daß sie „die neue" genannt wurde, also jünger war als die sogenannte „alte" Synagoge. Die Bezeichnung „staronovä," ist eine bloße Übersetzung des alt-neu, welches jedoch nicht deutschen, sondern hebräischen Ursprungs sein kann und sich eher auf die Terrainsituation der Synagoge bezieht. Diese Erklärung beantwortet die Frage nach dem Ursprung der Bezeichnung „alt-neu" nicht befriedigend. Von Bedeutung ist Guths Hinweis darauf, daß die Synagoge stilistisch älter ist; überzeugend ist auch die Behauptung, daß ein Steinmetz des 14. Jahrhunderts kaum einen älteren Bau bis in die letzten Finessen so nachzuahmen vermocht hätte, daß er um viele Jahrzehnte früher vorkommende Rippenprofile, Kapitäle, Konsolen, das Portal usw. kopiert hätte; „er hätte es nicht fertig gebracht, selbst wenn der Bau in Prag gestanden hätte, um so weniger konnte er dann Details aus Regensburg oder einer anderen Stadt des Auslandes kopieren. Die Bearbeitung aller Details in einer Zeit, wo die Entwicklung schon weit fortgeschritten war, läßt sich weder durch den Konservativismus der Bauherren noch des Baumeisters begründen. Dagegen findet man für die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts in Prag Analogien, zum Beispiel in der St. Barbarakirche des Agnesklosters . . . wo wir die gleiche naturalistische Durchführung des Blattwerkes und die gleiche Technik verfolgen können..Guth hat jedoch Neuwirth nicht überzeugt; bestärkt durch einige Anhänger seiner Ansicht, beharrt er auf ihr auch in seiner Arbeit.21 Zu diesen seinen Anhängern gehört vor allem R. Krautheime r, dessen Buch22 überhaupt zum ersten Male diesen architektonischen Typus kunsthistorisch bearbeitet. Krautheimer erklärt die Bezeichnung altneu wie folgt: Ursprünglich stand irgendwo in Prag eine alte Synagoge, an einer andern Stelle wurde eine neue erbaut, welche erst Jahrhunderte später, als eine dritte, neuere Synagoge gebaut wurde, zum Unterschiede von dieser „neuen Neuschule" „Altneuschule" genannt wurde. 66 4