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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 38

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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berechtigung keine Rede mehr war.158 Es war also die geistige Haltung allein, die etwas Gemeinsames zwischen beiden schuf; wie das Verhältnis in der Praxis beschaffen war, wollen wir nun kurz untersuchen, und zwar wieder auf mährischem Boden. Von den mährischen Wiedertäufern heißt es vor allem, daß sie „lieblos bei der Beurtheilung der Genossen anderer Confessionen"159 waren, die in ihren Augen allen Wert verloren, wenn sie sich nicht Bekehrungsversuchen zugänglich erwiesen. Sie waren mißtrauischen und abstoßenden Wesens.159 Der Begründer der ersten Gemeinde in Mähren (Nikolsburg) Walthauser Huebmaier war Prediger in Regensburg gewesen: „Da hat er häfftig wider die Juden prediget, das man sy aus der statt vertryben hata, vermerkt befriedigt der Chronist der Gemeinden.160 Wie aus den mit peinlicher Gewissenhaftigkeit geführten „Geschichts-Büchern" der Wiedertäufer zu entnehmen ist, hatten sie auf mährischem Boden überhaupt keine Berührungspunkte mit den Juden; nicht ein einzigesmal wird eines Juden gedacht. Erst nach der Austreibung, auf ungarischem Boden, finden wir einige diesbezügliche Eintragungen. Sie klagen (1622) über die Juden, die die Münze gepachtet und durch ihre Manipulationen (Geldverschlechterung) große Teuerung im Lande verursacht hätten.161 Einige Jahre später (1639) wurde den „Einkauffern" (in Sabatisch) eingeschärft, „mit dem Einkauffen nit liederlich vmzugeen, den Juden vnd handelsleüten, Fleischhackern nit wol zu trauen".162 Und als nach der Wahl eines neuen Bischofs im Jahre 1640 zu Lewär (Ungarn, heute Slowakei) eine große Versammlung der ganzen Gemeinde abgehalten wurde, schärfte man den Haushältern, Einkäufern und Ausgebern ein, Kupfergeschirr nicht auf den Märkten und in Städten zu kaufen, da dies die eigenen Kupferschmiede verfertigen können, und „3. Das man alle Fenster nit bej den Juden oder andern Glasern soll machen lassen, sondern bej vnsern Glasern in der gemain7 damit man nit den Juden etc. das Geld hinausgeb".168 Die Disziplin der auf ungarischen Boden verpflanzten Gemeinden war im Verfall; es wurde nicht mehr alles innerhalb der Gemeinschaft selbst verfertigt, und auch die Einfachheit war in Gefahr, zumindest unter den Frauen in Vergessenheit zu geraten. So wurde denn im Jahre 1642 gegen die „hoffart", mit der „die Schwestern wieder gar zu gemain werden", streng vorgegangen, den Frauen der Ankauf von unnötigen und luxuriösen Stoffen verboten, auch deshalb, weil „man Alles haimlich wider alte Ordnung gewiß vmb gelt kaufen mueß." Im Zusammenhang damit wird auch auf die Urheber dieser Verstöße gegen die Gemeindeordnungen hingewiesen und verboten, „daz man die kramer, Frätschler, vnd Juden, on alles aufmerkhen In vnsern heysern auß vnd Einschlieffen läßt, dadurch vnser volk Ein 35 41

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