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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 17

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IRI
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An dem großen jüdischen internationalen Handel, der sich auf den vier vom arabischen Geographen Ibn Chordadbeh (9. Jahrh.) beschriebenen Routen zwischen dem Abend- und dem Morgenland einerseits und zwischen Deutschland und dem Chasarenreich andererseits bewegte,49 haben die mährischen Juden kaum Anteil gehabt, wird doch zu Beginn des 10. Jahrhunderts erst, anläßlich der Zollordnung von Raffelstätten, erstmalig von jüdischer Handelstätigkeit in Mähren gesprochen.50 Obwohl wir auf die Ausmaße dieser Handelstätigkeit nicht mit Sicherheit schließen können, so kennen wir doch die Waren, auf die sich diese von König Ludwig erlassene Zollordnung erstreckte: Wachs, Sklaven und Pferde wurden nach Deutschland aus-, Salz hingegen eingeführt. Möglicherweise nahmen die um diese Zeit noch sehr spärlich vertretenen Juden Mährens auch an jenem weiten Überlandhandel teil, der in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts von Mainz über Regensburg, Prag, Krakau und Przemysl nach Kiew und von dort ins Chasarenreich, nach Itil an der Wolga führte. Die Bedeutung von Mainz als Ausgangspunkt und hauptsächlichster Etappe ging im 12. Jahrhundert auf Regensburg, im 13. aber auf Prag und Wien über. Die mährische Beteiligung um diese Zeit ist schon viel wahrscheinlicher. Ate sicher darf aber die rege Handelsverbindung mit den Glaubensbrüdern Deutschlands gelten51 und es dürften die Kölner Messen eine ähnliche, wenn auch ob ihrer Entfernung geringere Bedeutung für die mährischen, wie für die deutschen Juden gehabt haben; jene Messen, auf denen die Handelsjudenschaft dreimal im Jahre zusammenkam und von denen, wie es (am Ende des 11. Jahrhunderts) hieß, „Lebensunterhalt ausging für alle unsere in allen Enden zerstreuten Brüder".52 Auch im 13. Jahrhundert wird der Anteil, den die mährischen Juden am Warenhandel des Landes nehmen, ausschlaggebend gewesen sein; nicht umsonst erteilt ihnen König Ottakar in seinem großen Judenprivileg (1255)53 die Freizügigkeit bei Handelsfahrten und bei Mautabgaben die Gleichsetzung den Bürgern der Städte, in denen sie ihr Domizil haben.54 Obwohl in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts der blühende Sklavenhandel, der zum Großteil von Juden betrieben wurde, beinahe völlig zurückgegangen war,55 finden wir die mährischen Juden als Warenhändler nicht nur im 13., sondern auch im 14. Jahrhundert rege tätig. So hören wir, daß „reiche Händler von Böhmen, Polen und Mähren", zweifellos Juden, auf der Fahrt nach Leipzig oder von dort nach dem westlichen Mitteldeutschland reisend, von Burgleuten aus Naumburg (um 1333) geplündert wurden und viel Gold und Silber verloren.56 Ebenfalls für das 14. Jahrhundert erfahren wir, welche von mährischen Juden gehandelten Waren die Zollstelle Habern-Willemov passierten. Das Zollprivileg von 134157 nennt eine stattliche Zahl dieser Waren, die 20 14

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