Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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heute ebendieselbe Ideologie für die Betrachtung der Wirtschaftsgeschichte der Juden Mährens maßgebend sein sollte. Welche Funktionen es waren, die die mährischen Juden im Wirtschaftskörper des Landes zu erfüllen hatten und tatsächlich erfüllten, wollen wir nunmehr in gedrängter Kürze aufzuzeigen versuchen. Hiebei wollen wir den Forderungen objektiver wirtscbaftshistorischer Forschung gerecht werden und der eben gekennzeichneten Theorie jetzt eine auf dem tatsächlich stattgehabten Wirtschaftsablauf fußende entgegensetzen. Nicht eine Wirtschaftisges-chichte der Juden des Landes soll aufgebaut werden — dazu fehlt es zur Zeit noch an brauchbaren Vorarbeiten, nur einige Richtlinien sollen aufgezeichnet,Blickpunkte fixiert und die anzustrebendenZiele herausgehoben werden. Drittes Kapitel. Die Gegenüberstellung. Skizzierung des äußeren Verlaufes der Geschichte der Juden in Deutschland. Andersgearteter Verlauf in Mähren. Einteilung in drei Perioden. 1. Periode. Die Juden in den landesfürstlichen Städten als Regalienpächter, Händler, Geldleiher; ihr Verhältnis zur Landwirtschaft. — Die Austreibungen. 2. Periode. Verteilung der Juden über ganz Mähren. Ihre soziale Stellung. Rechtlich unveränderter Stand der Geldleihgeschäfte bis 1545 (der Tobitschauer Rechtskodex, die Bauernordnung von Loucany). Beschränkende Bestimmungen der Landesordnung von 1545. — Bedeutung und Ursprung des jüdischen Handwerks. Untersuchung des Einflusses der Dorfhandwerker, des Aufenthaltes in Städten mit mährischen Brüdergemeinden und der Wiedertäufer auf dessen Entstehung, Entwicklung und Richtung. Ablehnung dieser drei Faktoren. Höchstwahrscheinlicher Einfluß des polnisch-jüdischen Handwerks. Zusammenfassung der Ergebnisse über Geldleihe und Handwerk. Skizzierung der mährischen Stadtwirtschaften. Ursachen des Wirtschaftskampfes zwischen den Juden und den Städten. Der Kampf zustand als Grundzug allen wirtschaftlichen Geschehens in den mährischen Städten während der 2. und 3. Periode. Der Judenhandel während der zweiten Periode. 3. Periode. Die Position der mährischen Juden während und nach dem 30jährigen Kriege. Privilegien. Handel und Verlag, Heereslieferungen und Fabriksgründungen. Zusammenfassung Ziele und Wege. Der äußere Verlauf der Geschichte der Juden in Mähren war ganz anders geartet als derjenige in Deutschland oder in anderen Ländern, in denen Juden lebten. Wir kennen die Periode, die bis zu den Kreuzzügen reichte, in Deutschland als einen Zeitraum verhältnismäßiger Ruhe und einer in jeder Beziehung guten Position. Angriffe, denen die 11 17