Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 4 (1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Gering an Zaihl sind auch die Arbeiten, die sidh in der Folgezeit diesem Gebiet «zuwandten; die meisten von ihnen gelangen über die frühen Perioden nicht hinaus; so M. Hoffmanm, der den Geldhandel der deutschen Juden im Mittelalter behandelt, «und A. Kober, der sieh der Frage des jüdischen Grundbesitzes im mitteWteriichen Deutschland zuwendet. Der zweite (postum erschienene) Band von Caros Sozial- und WirtsöhaftsgeisiCihichte behamdelt die Stellung der Juden im späteren Mittelalter. F. Priebafcseh endlich, schrieb über die jüdischen Hoffaktoren im 17. und 18. Jahrhundert. Es besteht demnach das Wort Dubnows (1928), das er mit besomderem Nachdruck für das 10. Jahrhundert geprägt hat, auch für die früheren Zeiten zu Recht: „Wohl am wenigsten erforscht ist das Problem des jüdischen Wirtschaftslebens."15 Gegenwärtig sind Ansätze zu einer systematischen Bearbeitung der jüdischen Wirtschaftsgeschichte nur an der oftmals genannten Berliner Akademie und für Osteuropa in den „ökonomiscihnstatistischien Schriften" des Jiddischen wissenscthaftlichen Instituts in Wilna16 wahrnehmbar. Von der zweitem Hälfte des vorigen Jahrhunderts am begann auch in anderem Ländern das Interesse an der jüdischem Gerohiehte zu wachsen; allenthalbem entstanden jüdisch-historisohe Gesellschaften, die sieh die Klarlegung der Geschicke der Juden ihres Landes zur Aufgabe setzten. Solche Mittelpunkte historischer Forschung entstanden in Rumänien (1866), Frankreich (1880), Amerika (1893), England (1895), Italien, Holland, Elsaß-Lothringen, Rußland, Polen, Österreich (Wiener „Historische Kommission"); die Erforschung der Geschichte der Juden in Ungarn begann mit einem Quellenwerk „Momumenta Humgariae Judaica" (1903) und diejenige der Juden von Böhmen, Mähren und Schlesien eigentlich erst mit dem Regestenwerk Bondy-Dvorskys. (1906). Über den Stand der jüdischem Historiographie in der Tschechoslowakei hat kürzlich Oskar Domatih berichtet und die einschlägigen Arbeiten in einer knappen Übersicht (zusammengestellt.17 Im allgemeinem ist die Lage der jüdischen Geschichtsschreibung in unseren Ländern wenig befriedigend, wenn auch bestimmte Gebiete eifrig gepflegt werden. So steht die Rabbiner-, Gelehrten-, Familien- und Literaturgeschichte in hoher Blüte, während sich die Gemeindegeschichte mit wenigem Ausnahmen auf die Herzählung vom Privilegien, Synagogen^ Friedhöfen, Verfolgungen umd Rabbinern beschränkt. Auch die Rechtsgeschicihte 5 U