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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1932-01-01 · 4 (1932) · page 7

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
4 (1932)
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Schriftenreihen („Grundriß": Caro, Elbogen, PhiMppson) Trägerin der Geschichtsforschung in Deutschland ist.8 So »zahlreich die Forschungen auf den verschiedensten Gebietein der jüdischen Geschichte sind und so grundlegende Werke auch geschaffen wurden, so merkwürdig spärlich ist das besonders für die jüdische Geschichte «so eminent wichtige Gebiet der WirtschaftsgescfMchte bisher behandelt worden. Wohl tragen einige Studien und umfangreiche Publikationen im Titel den Vermerk „jüdische WirtS'chaftsgetsehi'Cih'te", doch erweist es sich bei näherem Hinsehen, daß es sich in den allerseltensten Fällen wirklich um Wirtschiaftsgeschichte handelt. Gemeint sind hier die Studien von G. Liebe, L. F. Pinkus, J. Schipper u. a. Das repräsentativste Werk dieser Gruppe ist Georg Caros zweibändige Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden,9 die übrigens nur das Mittelalter umfaßt (I. Band 1908 erschienen). Caro selbst unterscheidet zwischen einer innneren, die Erhaltung der Lehre bezweckenden, und einer äußeren Geschichte, „die miteinander verknüpft zur Lösung der Aufgabe zusammengingen". Gemeinsam bilden sie den eigentlichen Inhalt der jüdischen Geschichte.10 Der Wirtschaf tsgeschichte weist er nun in der Hauptsache die Rolle zu, „den Boden, auf dem das Geistesleben sich abspielte", zu erforschen,11 und nur in Fällen einer scharf ausgeprägten Sonderstellung habe die jüdische Wirtschaftsgeschichte die „erweiterte Aufgabe", Wesen und Bedeutung der Wirtschaftsverrichtungen zu erfassen.12 Caro übersieht aber, daß das Wirtschaftsleben eine relativ sebständige, unter eigenen Gesetzen stehende Seite eines jeden Volkslebens darstellt und nicht nur einen äußeren Rahmen bildet. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Werner Sombart in einer ersten, wenn auch noch so befehdeten Wirtechaftsgaschicbte der Juden (1911) zusammenfassend folgendes sagt: „Es ist höchst seltsam: so viel über das Judenvolk geschrieben ist: über das wichtigste Problem: seine Stellung im Wirtschaftsleben ist kaum etwas von grundlegender Bedeutung gesagt worden. Was wir an sogenannten jüdischen Wirtschaftsgeschichten »oder Wirtschaftsgeschichten der Juden besitzen, verdient diesen Namen meist gar nicht, denn es sind immer nur Reditsgeschichten oder gar nur Reebtschronifcen, die überdies die neuere Zeit ganz und gar unberücksichtigt Missen."18 Aber auch nach Erscheinen der jüdischen Wirtschaf tsgeschichte von Sombart fand dieses Gebiet nicht die ihm gebührende und notwendige Pflege. Wohl zeitigten Sombarts überraschende Ergebnisse über die Rolle der Juden im Wirtschaftsleben einen wahren Sturm von Kritiken und mehr oder minder fundierten Polemiken. Eine Bereicherung der jüdischen Wirtschaftsgeschichte bedeuteten sie aber, bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen (Wätjen),14 nicht. 10 4

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