Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 444)
- Language
- German
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gesetzlichen und zünftlichen Ordnung Schutz und Abhilfe anzusuchen, denn bekannt ist es, daß die Schneidermeisterschaft durch Pfuscher und Landmeister, welche mit vielem Aufsehen ihre Arbeit herum ganz frey die Gassen der Stadt durchlaufen, die Arbeit an sich ziehen". Reg.: Handel u. Gewerbe v. 1831. (Proß. St. A.) 1832 sagt die Zunft über die Meisterswitwen, daß „unter dem Vorwande der Tafelschneiderey nur die Anzahl der Pfuscher vermehrt würde". Von der Mutter eines nachmaligen Tafelschneiders wird behauptet, daß sie „in bedenklichen Zeitpunkten Wanderverlegungsbewilligungen zu verschaffen gewußt", „so war dies nur immer ein Deckmantel um ungestörter im Verborgenen oder höchstens in Stichowitz bey seinen Verwandten die Gewerbsstöhrerey auszuieben und denen Proßnitzer Meistern das Brod gestohlen habe". (Ebenda, 1832.) (Proß, St. A.) 1836 sagt ein beim Pfuschen ertappter Geselle: „War wegen Pfusoherey schon zweimal verhaftet und wurde mit mehrtägigem Arreste bestraft." Renitente Pfuscher wurden zuerst gefangen gesetzt, dann aber mit „Stockstreichen" bestraft. (Ebenda, 1836.) (Proß. St. A.) 1838 begannen Streitigkeiten in der Zunft selbst. Ein Meister erstattet beim Kreisamt die Anzeige, „daß mehrere hiesige Meister ihr Gewerbe ohne erforderliche Vorschrift mit ihren Söhnen, Schwiegersöhnen und fremden betreiben". Die Zunft bestreitet den Sachverhalt und beschuldigt den Meister, der die Anzeige erstattete:-„... daß er zum größten Nachteile des Gewerbes seit jeher beflissen ist, arbeitsscheuen Gesellen und Pfuschern Aufenthalt und Stütze zu gewähren". (Ebenda, 1838.) (Proß. St. A.) 1840 bittet die „Schneiderzunft um Unterstützung gegen die Gewerbsbeeinträchtigungen durch Weibspersonen und Landschneidermeister". (Einreichs-Raths- Prot. in pol. v. 1840, Folio 204 (Proß. St. A.). 1846 bittet „Schneiderzunft durch ihre Vorsteher um Bewilligung zur Durchsuchung mehrerer sich mit der Verfertigung von Kleidern unbefugt befassenden Individuen, dann Beigebung einer gerichtlichen Assistenz". (Ebenda, 1846 Folio 711.) (Proß. St. A.) 1847 „Schneiderzunft überreicht das Verzeichnis über die bei mehreren Pfuschern konfiszierten, in Arbeit befindlich gewesenen Kleidungsstücke". (Ebenda, 1847 Folio 350.) (Proß. St. A.). 1851 „Protokoll aufgenommen mit der hiesigen Schneiderzunft und 2 Schneidergesellen wegen Pfuscherey" (Ebenda, 1851 Folio 7). (Proß. St. A.) Bis 1856 erfolgen immer wieder Haussuchungen und Konfiskationen bei Pfuschern. (Reg.: Handel u. Gewerbe, 1852, 1856.) (Proß. St. A.) 47) Reg.: Handel u. Gewerbe v. 1856 (Proß .St.A.). 4Ö) Statistischer Summar-Ausweis d. Handelsu. Gewerbekammer in Olmütz (1851), Übersichts-Tabelle Nro. III. 49) Reg.: Handel u. Gewerbe v. 1856 (Proß. St. A.). M) Aufgedingbuch der Schneiderzunft v. 1736 (Proß. St. A. D I 2). 51) Plum. Schloß Reg. Mat. 23 pol. Fas. 1. M) Ebenda, Mat. 41 pol. Fas. 138. M) Ebenda, Mat. 22 pol. Fas. 18. M) Kopetz, a. a. 0. I. S. 336. 5ß) Scari, a. a. O. I. S. 140. M) Kopetz, a. a. O. I. S. 336. 57) „Schneiderzunft äußert sich über das zu dieser Zunft wegen Incorporierung von Lazar Joachim eingebrachte Gesuch". Einreichs-Raths-Prot. in pol. v. 1800; (Proß. St.A.). M) 1804 bittet Joachim Lasus als Schneidermeister in die Proßnitzer Schneiderzunft aufgenommen zu werden. (Plum. Schloß Reg. Mat. 22 pol. Fas. 9.) *>) Plum. Schloß Reg. Mat. 22 pol. Fas. 6. *>) Scari, a. a. O. I. S. 143 f. § 85; vgl. auch Einreichs-Rats-Prot. in pol. v. 1829 Folio 164 „Cirkular sub Nro. 6830 de dato 28. April jüdische Meister können bey christlichen Zünften incorporieret werden". (Proß. St. A.) 81) Dieses Recht wurde den Juden offiziell erst durch das Hofdekret von 1830 zugestanden. Vgl. Scari, a. a. O. I. S. 140 § 83. 62) 1829 erhielten Landmeisterrechtsbefugnisse: jüdische Kappelmacher, Schuster, Bäcker, 1848: Tuchmacher, Weber, Bäcker, Freischlächter, 1849: Schuhmacher, Schön- und Schwarzfärber, Weber, Kappelmacher, Tuchmacher und 440