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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 424

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 424)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644305--1430-2645773
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Proß nitzer Juden vorzüglich einem sichern Mandl abgegeben werden, welcher im Proßnitzer Bürgerhause zum Lamm ein bedeutendes Depot solcher Waren haben soll. Ferner sollen diese Kleider von Proßnitz aus allwöchentlich wägenweis durch pohlnische Juden weggeführt und auch nach Ungarn abgesetzt werden. Ob nun dieser Verkehr ins Ausland und ob nicht auch nach Ungarn für die Insurgenten Parthey geschieht, ist, ohne Aufsehen zu verursachen, nicht so leicht zu erheben. Ich halte jedoch die Sache ohne irgend Jemand nahe treten zu wollen, nicht für so unwichtig, daß ich es unterlassen könnte, hievon die Anzeige zu machen, da es mir auffällt, daß von Seite der Juden gerade jetzt so enorme Bestellungen, die sich in die vielen Tausende erstrecken, gemacht werden. Geruhe (Ein.) hierin zu entscheiden, ob weitere Nachforschungen durch den Proßnitzer Magt. in unauffälliger Weise, oder von hochämtlicher Seite unmittelbar nicht am rechten Platze wären.66 Auf Befragen gab der Vorsteher der Proßnitzer Schneiderzunft an, daß127) „Moses Mandl die verfertigten Kleider nach Ungarn theils selbst, theils durch andere Juden verschleiße." Auf diese Angabe hin sind eine ganze Reihe von Schneidern folgendermaßen protokollarisch einvernommen worden127): „Ob sie für den alten Moses Mandl und den jungen Moritz Mandl und wie lange für den einen und den anderen gearbeitet; ob sie von denselben die Stoffe zu den Kleidern schon zugeschnitten, oder nach dem Ellenmaße erhalten; endlich ob sie Mos aus Sommerstoffen oder auch aus Tuch insbesondere aus Commistuch Zivil- oder Militärkleidungsstücke und welche verfertigen." „Auch sind die sämtlichen Schneider zu befragen, ob die Arbeit im heurigen und verflossenen Jahre stärker als in den früheren Jahren betrieben wird?" Aus der Anzeige der beobachteten Tatsachen durch den Plumenauer Oberamtmann hatte nämlich das Olmützer Kreisamt im Verein mit dem Brünner Landesgubernium „eine kriminalgerichtliche Untersuchung aus Anlaß des Verbrechens des Hochverrats durch Moses und Moritz Mandl" gemacht128). Vater und Sohn Mandl wurden in „provisorischen politischen Verhaft" genommen. An den Tatort, nach Proßnitz, begab sich eine kreisämtliche Kommission, der ein Gubernialsekretär aus Brünn als Leiter beigeordnet wurde. (Über den Verlauf s. Anmerk. 128.) Bei der Verhaftung der beiden Beschuldigten (erfolgte am 3. VIII.) richtete sich der Hauptverdacht gegen den Vater, Moses Mandl. Das Gerücht von der Ursache der Festnahme verbreitete sich in der Stadt und es kam, unterstützt durch die allgemeine Stimmung der vorher- 420

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