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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 423

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 423)
Language
German
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IRI
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errichten"124). Ohne seinen Handel mit alten und neuen Kleidern aufzugeben, bewirbt er sich ebenso, wie früher sein Vater, um eine andere gewinnversprechende Handelsbefugnis. Der Federhandel, den sein Vater geführt hatte, war unter den Proßnitzer Handelsjuden sehr verbreitet — der Getreidehandel aber hatte geradezu im Proßnitzer Ghetto, das inmitten der fruchtbaren Hanna liegt, sein Zentrum. Ob und wie lange er den Getreidehandel, für den .er die Befugnis erhielt, geführt hatte, können wir nicht sagen. Es ist auch weiterhin nicht von Belang. Denn schon im Jahre 1849 tritt er mit einem neuerlichen Ansuchen an die Obrigkeit heran125): „Mayer Mandl, Handelsmann zu Frößnitz bittet (31. März 1849) um Bewilligung zur Betreibung eines Handels mit neuen Kleidern und Verabfolgung eines Certifikats." Nachdem er sich mit einem eben erlangten Gesellenz.eugnis der Plumenauer Schneiderzunft ausweisen (auch er war den Weg zur Plumenauer Zunft gegangen) und versprechen konnte, das Meisterzeugnis baldigst beizubringen, erledigte das Oberamt folgendermaßen sein Ansuchen: „Bern gestellten vorliegenden Einschreiten zufolge wird dem Mayer Mandl die Bewilligung zum Handel mit neuen Kleidern gegen dem Memit erteilt, daß sich derselbe vor allem zur Erwerbsteuer Zahlung vorschriftsgemäß fatiere. Oberamt Plumenau, den 2. April 1849." Mayer Mandl, Schneidergeselle der Plumenauer Zunft und Handelsmann zu Proßnitz, wie er sich nannte, wurde wenige Wochen, nachdem er die Befugnis zum Handel mit neuen Kleidern erhalten hatte, in eine Angelegenheit verwickelt, die so heikel ist, daß sie hier ohne Kommentar und nur im Wortlaut der Akten wiedergegeben werden soll. Recht aufschlußreich ist besonders der Einblick, den uns diese Angelegenheit in die Weite der Geschäftsführung gewährt126). „Plumenauer Amtsvorsteher bringt eine gemachte Wahrnehmung im öffentlichen Interesse zur h. Kreisämtlichen Beurteilung. 29. July 1849. Ich habe in neuester Zeit mehrseitig die Wahrnehmung gemacht, daß viele Schneider der Umgegend mit sogenannten Commissions Arbeiten beschäftigt seyen. Weil ich weiß, daß die amtlichen Aufforderungen zur Annahme ärarischer Arbeiten ohne den erwünschten Erfolg blieben, so fand ich mich veranlaßt, mehrere Erkundigungen dießfalls einzuholen, und erfuhr durch den kies. Schneiderzunfts Vorsteher, daß an 100 Schneider in und um Proßnitz, der Proßnitzer, Plumenauer, Kosteletzer und Krassitzer Zunft angehörig, seit längerer Zeit ausschließlich mit Anfertigung von Röcken, Hosen und Gilees aus verschiedenen bunten Baumwollstoffen, auch von Militärmänteln und Militärhemden beschäftiget sind, daß diese Kleidungsstücke mehreren 419

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