Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 395

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 395)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2644300-2644305--1401-2645744
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Kriege begonnene Entwicklung im folgenden Jahrhundert an Ausdehnung und Intensität des Betriebs zugenommen hat. Die Zahl der Ghetti, in denen Judenschneider nachweisbar sind, wächst ebenso, wie die Zahl der Judenschneider selbst. Der Absatz fertiger Kleider, besonders auf Märkten, nimmt zu, als Hauptkonsumentenschicht kommt naeh wie vor die Landbevölkerung in Betracht. Als Teil der Nationaltracht entwickelt sich die Erzeugung der Lederhose zum ersten Massenartikel der für den Markt (und nicht für den Besteller) hergestellten Kleider. Viertes Kapitel. Die Intensivierung des Kleiderhandels .und die Gründung der ersten Konfektionsfabrik (1858). Handel der Stadt Frößnitz und dee Ghettos in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. — Die Schneiderzunft im Kampfe gegen Pfuscher und Juden. — Judenschneider und jüdische Kleiderhändler im Proßnitzer Ghetto. — Jüdische Kleiderhändler als Landmeister der Plumenauer Schneiderzunft. — Die jüdische „Reichszunft in Proßnitz". — Intensiver Handel mit Monturstücken. — Das fast neue Kleidungsstück als Handelsartikel. — Die Vorfahren Mayer Mandls. — Mayer Mandl als Alt- und Neukleiderhändler. — Die Tätigkeit im JaJhre 1849. — Die Firma M. & J. Mandl errichtet die erste Konfektionsfabrik. — Verleihung der Landesbefugnis im Jahre 1858. Bisher, d. h. in den vorigen Kapiteln, bestand die Notwendigkeit, den Rahmen, innerhalb dessen sich der untersuchte Kleiderhandel abgespielt hat, verhältnismäßig breit und ausführlich zu zeichnen. Damals war der jüdische Kleiderhandel noch ein kleiner Zweig an dem vielästigen Baum des allgemeinen Judenhandels. Es mußte gezeigt werden, unter welchen Umständen und Bedingungen er überhaupt entstehen, später — wie er sich weiterentwickeln konnte. Es war notwendig, seinen Widersacher, die Schneider zunft, in allen Phasen ihrer Erstarrung und Verknöcherung zu verfolgen, um das Verhältnis der beiden zueinander verstehen zu können. Jetzt, d. h. vom Beginn des 19. Jahrhunderts an, besteht diese Notwendigkeit nur in weit geringerem Maße. Der jüdische Kleiderhandel ist ein ganz selbständiger und recht entwickelter Handelszweig geworden, mehr noch, er hat um die Mitte des Jahrhunderts herum sogar zu planmäßiger Erzeugung größten Stils geführt — er ist mündig geworden, und zwar insoweit, daß wir uns mit der Zeichnung des Milieus, in dem er blühte, auf ein Minimum, auf eine ganz knappe Skizzierung beschränken können. 391

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.