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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 391

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 391)
Language
German
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Auch das Ghetto von Holleschau hatte viele Judenschneider, die beinahe ausschließlich lederne Beinkleider herstellten145). Das hiezu verwendete Allaunleder wurde aus Breslau und Leipzig bezogen (trotzdem die Einfuhr verboten war). Auch hier fanden stete Kämpfe mit den Zünften der Handschuhmacher und denen der Weißgerber statt (1752), aus denen jedoch die Judenschneider siegreich hervorgingen. Auf den Märkten der königlichen Stadt Mähr.-Neustadt kam es zu offenen Feindseligkeiten. 1751146) nahmen die Schneiderzünftler den „jüdischen Kleyder-Handlern" fertige Kleidungsstücke gewaltsam fort und brachten sie zur Zunft. Da die Juden aber berechtigt waren, mit Kleidern zu handeln, fanden sie auch hier Recht. Auch in Hotzenplotz gab es jüdische Schneider, die oft so viel Arbeit hatten, daß sie sich jüdische Gesellen aus anderen Gemeinden kommen lassen mußten147). Die Schneiderzunft befürchtete Beeinträchtigung von solcher Arbeitsausbreitung, drang 1763 in die Wohnungen der jüdischen Schneider ein und „belästigte" sie. Die seinerzeit berufenen jüdischen Schneidergesellen setzen sich aber alsbald im Ghetto fest und arbeiten auf eigene Hand („pfuschten den jüdischen Meistern zum Nachtheil"). Die Judenschneider riefen gegen diese Beeinträchtigung ebenso, wie in ähnlichen Fällen, ihre christlichen Gewerbegenossen, den Stadtrat um Schutz an. Nicht nur Kleider verfertigten die Hotzenplotzer Judenschneider, sondern auch „Sametene, alß auch andere Schlappel- oder Kappel, waß die Juden auf dem Kopff zu tragen pflegen". Da diese aber mit Pelzwerk gefüttert waren, sahen sich die Kürschner beeinträchtigt und nahmen sie fort148). Diese „Kappeln" gingen größtenteils an jüdische Händler nach Nikolsburg zum Weiterverkauf. Im Jahre 1766 beschwerten sich schließlich die Schneiderzünftler von Ung.-Brod14*) über ihre jüdischen Gewerbegenossen und führten folgenden Sachverhalt an: „Es haben die Juden vor das alldort dislocirte Fürst Lichtensteinsche Dragoner Regiment die commiß Mäntel zu verfertigen übernommen, und obwohlen sie christliche Meister bey denen Eh. commendeurs um sothane Arbeit gebeten, seye ihnen jedoch anfänglich zur Antwort worden, daß das Regiment solche bey denen Juden viel wohlfeyler bekomme, mithin menagieren müsse/' Später sollte es sich allerdings herausgestellt haben, daß die von den Juden gelieferten Mäntel schlecht waren, da mit Tuch gespart worden war. Im 18. Jahrhundert hat also die jüdische Schneiderei und der jüdische Kleiderhandel in erheblichem Maße zugenommen; die Zahl der mährischen Ghetti, in denen wir Judenschneider nachweisen konnten, ist von 38T

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