Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 298)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2644300-2644305--1304-2645647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sehr schwer in die Tat umsetzen ließen, sehen wir z. B. an einem Schwihauer Falle16). Dort ging man erst i. J. 1739 ernstlich daran, die Judenfamilien recht weit von der katholischen Kirche in eine eigene Judengtiisse umzuquartieren. Den Anlaß dazu gab eine Feuersbrunst, die in einem der Judenhäuser ausgebrochen war. Der dortige Oberamtmann berief sich auf die oberwähnte Verordnung vom 26. Mai 1727, nach Schwihau wurde eine Kommission zwecks Feststellung des Tatbestandes entsandt, es wurde eine Judenkonskription vorgenommen und lediglich dem Eingreifen der gräflich Cerninschen Obrigkeit war es zuzuschreiben, daß es i. J. 1740 tatsächlich zur Durchführung der beabsichtigten Umquartierung der Judenfamilien kam. Übrigens war auch dort, wo eine solche Umquartierung der Juden an die Ortsperipherie wirklich zustandegekommen war, dieser Zustand nur von sehr kurzer Dauer — denn die Judenfamilien trachteten bei ihrer Zähigkeit danach, sich wieder näher dem Ortszentrum einzukaufen, wo ihnen eine bessere Erwerbs- und Beschäftigungsmöglichkeit winkte, und setzten es auch durch. 294