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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 206

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 206)
Language
German
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IRI
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Juden dafür bloß 24 Schock oingehoben wurden. Dem Berichfee lag eine Abschrift des Protokolle« vom 24. Juni 1648 aus dem Manuale des Stadtrates bei, wonach sich die Juden „freiwillig" zu dieser städtischen Abgabe verpflichtet hätten. Hierauf erhielt der Stadtrat vom Grafen Adam Paul Slawata ein wenig schmeichelhaftes Schreiben de dato 21. Juni 1654, des Inhalts, daß das Dekret vom 28. Juni 1648 es dem Stadtrat geradezu als unstatthaft erscheinen lasse, den Juden eine jährlich abzuführende Abgabe für ewige Zeiten aufzuerlegen48). Auch müsse der Stadtrat wissen, daß in diesem Falle ein Judenhaus nicht weniger gilt als das Haus eines anderen Stadtbürgers, und eine ewige Abgabe von einem Gleichberechtigten einzuheben, sei eine gefährlich« Sache. Daß ferner der Stadtrat von den Juden diese Abgabe unter dem Titel „für Wohltaten, die ihnen die Gemeinde erwiesen" einbebe, sei für den Grafen als Obrigkeit verletzend. Die Zuschrift schließt mit den Worten: „Ich will »die Juden wie bisher unter meinem Schutz haben und nehme dafür die freiwillig angebotene Zahlung jener 10 Schock meiß. in meine Renten an und ich befehle, diese als immerwährende, auf deren Häusern lastende Abgabe in das neue Urbarium einzutragen49). Am 1. Juli gaben die Juden in der Kanzlei des Oberhauptmannes Samuel Karl von Karlsberg die Erklärung ab, daß sie bereitwillig (s ochotnau mysli) diese Abgabe in 2 Halbjahresraten zu 5 Schock in alle Zukunft (na czasy budaucy a wieezny) in die obrigkeitliche Rente entrichten werden. Nach Abschluß des Westfälischen Friedens (24. Oktober 1648) erholten sich die Neuhauser Juden rasch von dem durch den Krieg verursachten wirtschaftlichen Ruin. Laut einer Konskription vom Jahre 165850) waren in Neuhaus folgende 6 Familien ansässig: 1. Samuel Aron, dessen Weib Regina, deren Kinder David und Dorothea (4 Personen). 2. Samuel Perl (Berl) mit 2 Kindern, dessen Verbleiben alhier fürdhin nicht mehr „permidirt" (3 Personen). 3. Josef Winternitz, dessen Weib Regina, deren Kinder Wolf, Abraham, Jakob, Marza (Mare), Sara, Rachel und Anezka (9 Personen). 4. Markus Guthmann, dessen Weib Anezka, deren Kinder Perl (Berl), Mojzes und Lyda (5 Personen). 5. Mandel (Mendel) Salomon, dessen Weib Rena und zwei Kinder. Ferner dessen Bruder Mojzes und dessen Schwester Rösl (6 Personen). 6. Aron Samuel, dessen Weib Mandalyna, deren Töchter Marza (Mafe) und Nana (4 Personen). Zusammen 31 Personen. Doch da begann der Kampf der Neuhauser Handelsleute gegen die jüdische Konkurrenz aufs neue. Am 24. April 1653 bestätigte Adam 201

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