Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 198)
- Language
- German
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zu* Hause und im schriftlichen Verkehr untereinander sich der deutschen Sprache bedienten, geht daraus hervor, daß des Glasermeisters Adam eigenhändige Unterschrift in hebräischen Lettern auf der in tschechischer Sprache geschriebenen Quittung „Adam Glas Jud zu Neuhaus4' lautet, da die Juden mit hebräischen Lettern nur deutsch zu schreiben pflegten. Die wenigen in den Urkunden dieser Zeit vorkommenden männlichen Namen sind fast nur biblische; so: Adam, Salomon, Lazar, Aron, Josef, Israel, doch auch Markus. II. Unter den Grafen Slawata (1604 bis 1691). Am 24. Jänner 1604 starb Joachim Ulrich, der letzte männliche Sproß der Herren von Neuhaus, Die Herrschaft Neuhaus und die übrigen reichen Güter dieses Geschlechtes erbte dessen einzige Schwester Lucie Ottilie, die mit dem durch den Fenstersturz aus der Prager Burg (Hradschin) berühmten, im Jahre 1621 in den Grafenstand erhobenen Wilhelm Slawata von Koschumberg und Ohlum vermählt war. Unter den Grafen Slawata beginnt für die Neuhauser Judenschaft eine Periode des Niederganges. In den ersten 15 Jahren bis zum Ausbruche des 30jährigen Krieges führten sie noch ein erträgliches Dasein. Wilhelm und Lucie Slawata brachten den Juden zwar wenig Wohlwollen entgegen, doch hatten die Juden keine Ursache, über Bedrückung und harte Behandlung zu klagen. Doch die Zeit des 30jährigen Krieges war auch für die Neuhauser Juden eine Zeit der Leiden und schwerer Prüfung. Neuhaus lag zwar vom Kriegsschauplatz entfernt, doch waren der beständige Durchzug der kaiserlichen, besonders der Wallensteinschen Truppen auf der durch Neuhaus führenden Heeresstraße, sowie auch die zahlreichen Einquartierungen und Kontributionen eine Geißel für die Neuhauser Bürger und noch mehr für die Juden, die bis aufs Hemd ausgeplündert und am Kriegsausgange bettelarm waren. Am 12. März 1645 zogen die Schweden in Neuhaus ein und legten der Stadt eine ungeheuere Brandschatzung auf. Den Bürgern gelang es bloß, den größten Teil des unerschwinglichen Betrages aufzubringen, womit sich die Schweden vorläufig zufrieden gaben. Selbstverständlich mußten die Juden ihr Letztes zu dieser Brandschatzung beitragen29). In den Jahren 1604 bis 1618 werden in den Stadtbüchern folgende in Neuhaus wohnende Juden erwähnt: 4 von den 5 Söhnen des jüdischen Glasermeisters Adam, und zwar Markus, Lazar, Aron und Josef, ferner die Juden Mojzes, Isak und Hirschel. Deren Erwerb bestand nach wie vor hauptsächlich im Handel mit verschiedenen Produkten und Krämer- 193