Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 194)
- Language
- German
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gegenstände fürs Militär. In den darauffolgenden Jahren lieferte er an das Schloß alle möglichen Gebrauchsgegenstände17). Im Jahre 1599 wurden dem Adam von dem Amtsschreiber 23 Schock 26 Groschen meiß. für gelieferte 74 Pfund Wachs ä 19 Groschen ausbezahlt. Ferner lieferte er an das herrschaftliche Brauhaus drei gegerbte Rindshäute zur Anfertigung von Pferdegeschirr ä IV2 Schock. Im Juli 1596 wurden laut Bestätigung des Burggrafen Michna^ dem Juden Adam 17 Rindshäute ä 45 Groschen, femer aus dem Frauenberger Schlosse 39 Rindshäute ä 1 Schock 15 Groschen, 15 Kalbshäute ä 15 Groschen und 95 Schöpsenhäute ä 8 Groschen verkauft, was zusammen 77 Schock 55 Groschen meiß. ausmachte. Gelegentlich verlieh er auch Geld auf Pfänder, wie aus folgender Eintragung im Manuale des Neuhauser Stadtrates zu ersehen ist: Im Jahre 1604 führte Bartholomaus Pejtlif als Vormund der Zlatnik'schen Waisen beim Stadtrat Beschwerde gegen den Juden Adam wegen bei diesem verpfändeten, den Waisen gehörenden Silbers, daß nämlich die bisher bezahlten Zinsen bereits die Höhe des geliehenen Kapitals überstiegen. Es kam ein Vergleich zustande, wonach Adam als Gläubiger das auf den Wert von 125 Schock abgeschätzte Silber für das geliehene Kapital gegen eine Rückzahlung von 15 Schock meiß. als sein Eigentum behielt, während Pejtlir als Schuldner 85 Schock zu erlegen hatte, welche 100 Schock als Waisengeld auf Zinsen angelegt werden sollten18). Aus dieser einzigen Tatsache schließt Teply: „Die Neuhauser Juden nahmen so große Zinsen, daß diese oft in kurzer Zeit den geliehenen Betrag überstiegen"19). Daß es sich hier um eine lange Jahre laufende Schuld handelt (od dävneho casu), übersieht Teply. Es muß hervorgehoben werden, daß, wie wir weiter sehen werden, wohl zahlreiche Klagen der Neuhauser Handelsleute gegen die jüdische Konkurrenz in den in den hiesigen Archiven vorhandenen Urkunden vorkommen, doch keine einzige Klage über etwaigen Wucher der NeuhauserJudenzufindenist. Daß der Jude Adam auch zu Prager Juden in geschäftlicher Beziehung stand, ist aus folgendem Vorfalle zu ersehen. Im Jahre 1597 betraute er den Neuhauser Bürger Stefan Fiechtel mit dem Auftrage, den Betrag von 12 Schock meiß. einem Geschäftsfreunde in Prag zu übergeben. Durch einen unglücklichen Zufall (zlou a nestfastnou prüiodou) kam der Bote ums Geld und konnte es dem Empfänger nicht übergeben. Vor dem Stadtrate kam es zwischen Adam und Fiechtel zu einem Vergleiche, wonach zuerst Adam erklärte, daß er den Fiechtel für einen ehrlichen Menschen halte, wie ihn auch andere Leute für einen solchen halten, während Fiechtel sich verpflichtete, die 12 Schock dem 189