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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 191

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 191)
Language
German
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IRI
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Über das Leben und die Schicksale der Neuhauser Juden unter der Herrschaft der Herren von Neuhaus bis zum Jahre 1604 fließen die Quellen sehr spärlich. Es ist wohl anzunehmen, daß die 8 Familien gleich nach ihrer Niederlassung sich «ine Synagoge oder Betstube errichteten. Eines jüdischen Friedhofs geschieht dokumentarisch erst um das Jahr 1400 Erwähnung, wo die Juden unterhalb der Stadt an einem Bergabhang „Pod Pejcochem" ein Grundstück zur Anlegung eines Friedhofes erworben hatten7). Damit ist jedoch nicht gesagt, daß sie bis dahin keinen Friedhof gehabt hätten. Es ist vielmehr wahrscheinlich, daß der älteste Friedhof in der Nähe der Stadtmauer sich befunden habe und um 1400 aus irgendeinem Grunde verlegt werden mußte. Als um das Jahr 1315 die Stadt Neuhaus, die bis dahin bloß mit einem Erdwall umgeben war, durch eine Stadtmauer mit Türmen und Bastionen befestigt wurde, wurden außer den 3 Stadttoren auch 2 kleine Pförtchen errichtet, davon eines am Nasertor, durch welches nach Sonnenuntergang die verspäteten Bürger gegen Entrichtung einer Gebühr Einlaß in die Stadt fanden, doch mit Ausnahme der Juden, der Verräter Christi und des Christentums, weshalb sich die Neuhauser Juden mit Bewilligung der Herrschaft außerhalb der Stadtmauer ein Holzhäuschen erbauten, wo die spät Heimkehrenden übernachteten8). Dieses in der Naservorstadt gegenüber dem herrschaftlichen Hopfengarten (Chmelnice) erbauten Judenhäuschens geschieht in späterer Zeit öfter (1530, 1590, 1637 usw.) in den Stadtbüchern und Urkunden Erwähnung, da dasselbe oft als Herberge auch für fremde Juden, die Neuhaus besuchten, diente. So in den Jahren 1550—70 dem jüdischen Gastwirt Isak aus Znaim und dem Juden Isak aus Teltsch8*). In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Stadt Neuhaus zu einer ziemlich bevölkerten, wohlhabenden Handelsstadt. Von den zahlreichen Gütern und Herrschaften, in deren Besitz sich die mächtigen und einflußreichen Herren von Neuhauis-Rosenberg befanden, war die Stadt Neuhaus die bedeutendste, deren Wachstum und Gedeihen sie sich mit besonderem Eifer angelegen sein ließen. An der Reichs¬ und Heeresstraße in fast gleicher Entfernung von Wien und Prag gelegen, war die Stadt Neuhaus mit ihrem prächtigen Schlosse und den prächtigen Gemächern eine willkommene Raststation für hohe und höchste Herrschaften auf ihren Reisen von Wien nach dem Reiche oder umgekehrt. Die Herren von Neuhaus waren daher bestrebt, den Wohlstand der Bürger zu fördern, damit die Stadt mit ihren stattlichen Häusern den fremden Gästen sich als eine den Reichsstädten in nichts nachstehende Stadt präsentiere. Im 16. Jahrhundert war Neuhaus der Mittelpunkt des Handels der ganzen Gegend zwischen Tabor und Znaim. Von den zahlreichen Kaufleuten aus dem In- und Auslande, die in der 186

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