Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 144)
- Language
- German
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in den beiden Büchern „Der eiserne Wo 1 f" (Zelezny vlk, 1920) und „Der Hund der zweiten Kompagnie" (Pes druh6 roty, 1923) nieder. Im ersten vereinigte Langer mehrere Erzählungen, die seine eigenen Erlebnisse sowie die Berichte seiner Kameraden über den Rückzug der tschechoslovakischen Legionen aus Rußland über Sibirien in die Heimat enthalten. (Als „eiserne Wölfe" bezeichnete man Panzerzüge, deren sich die Legionen bei ihrem Rückzug auf der sibirischen Bahn bedienten.) Die Kämpfe der tschechoslovakischen Legionen gegen die russischen Bolschewiken nehmen hier einen großen Raum ein und schon darum haben die Erzählungen historischen Wert. Das zweite Buch erzählt vom Hunde Raf, der sich aus den nördlichen Tundren bis zur sibirischen Bahn verlaufen hatte. Dort nahm sich ein tschechoslovakischer Legionär des halb verhungerten Tieres an und dieses lohnte seinem Herrn die Güte mit rührender Treue. Das Leben des Hundes inmitten der Soldaten, seine mitunter sehr wertvollen Dienste (durch Auffindung einer unter die Schienen gelegten Bombe verhindert er ein Eisenbahnunglück und rettet viele Tausende aus Rußland zurückkehrende Invaliden vom sicheren Tod) bilden den Inhalt dieses von großer Liebe zu den Tieren zeugenden Buches, das sich bei der tschechischen Jugend besonderer Beliebtheit erfreut. Auch die Beschreibung der sibirischen Landschaft in allen vier Jahreszeiten spielt darin eine große Rolle. Die Erzählungen in Langers weiterem Werk „Vorstadtgeschiehten" (Pfedmestske povi'dky", 1926) haben ein gemeinsames Motiv: irgendein, durch nichts sich besonders bemerkbar machender Augenblick im Leben eines Menschen ist bedeutungsvoll, manchmal sogar entscheidend für seine weitere Zukunft. Diese Erfahrung wird an mehreren Beispielen gezeigt. Langers letztes Werk ist der phantastische Roman „Das Wunder in der Familie" (Zäzrak v rodine, 1930). Eine positive Einstellung Langers zum Judentum würden wir in seinem Werk vergebens suchen. Er geht jüdischen Problemen mit deutlicher Absicht aus dem Wege. Auch das Tscheehojudentum lehnt er ab, er fordert Tschechentum ohne jedwedes Attribut. * 140