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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 143

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 143)
Language
German
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IRI
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immer tiefer gesunken war, versteht seinen heftigen Drang nach Buße und rät ihm, einen neuen Mord zu begehen, damit er die gerechte Strafe für den ersten finde: aber Franz vermag ein zweitesmal nicht zu morden. Anna erkennt die Qual ihres Geliebten, legt selbst seine Finger um ihren Hals und läßt sich von ihm unter Liebkosungen erwürgen. Die Polizei kommt, um ihn zu verhaften. Jetzt erst, wo er die Fesseln an seinen Händen spürt, erlangt seine Seele den ersehnten Frieden. Auf „Peripherie" folgt die satirische Komödie „Grand Hotel N e v a d a" (1927), die sich gegen die Ausbeutung der Patienten durch gewisse Sanatorien wendet und in der sich der dichtende Arzt zum Naturheilverfahiren bekennt. Langers letztes Theaterstück, das Lustspiel „Die Bekehrung des Ferdys Pist-ora" (Obräcem Ferdyse Pistory, 1929), spielt ebenso wie das vorige in einer Vorstadt und ist demselben Milieu entnommen. Ferdys Pistora ist im Begriffe beim Bankier Rosenstock einzubrechen. Er wird bei der Arbeit durch eine plötzlich entstandene Feuersbrunst gestört. Auf die Hilferufe der beiden Kinder Rosenstocks eilt er hin und rettet sie aus dem Feuer. Es wird ihm nicht nur reicher Lohn durch den Bankier zuteil, sondern auch ehrende Anerkennung seitens d-er ganzen Stadt. Diese verwandelt ihn vollständig. Er bekommt bei Rosenstock eine Anstellung und führt ein musterhaftes Leben. Das genügt ihm aber nicht. Er will auch andere bekehren und beginnt bei seinem Vater, einem Trunkenbold, und seiner nach Jahren zu ihm zurückgekehrten Frau, einer Dirnenmutter. Nachdem er seine vergebliche Mühe einsehen muß, gibt er sich der Liebe zu einer Schwester der Heilsarmee hin. Dieses, mit köstlichem Humor gewürzte und mit Satire durchsetzte Stück wfrd allgemein als eines der besten tschechischen Lustspiele der Gegenwart anerkannt. Auch als Erzähler leistete Langer Bedeutendes. Schon sein erstes Prosabuch „Die goldene Venus" (Zlatä Venuse, 1911) wurde (freilich erst in der zweiten Auflage aus d. J. 1921) durch den Literaturpreis der böhmischen Akademie ausgezeichnet. Der Dichter besingt darin die Liebe in ihren mannigfachen Wandlungen und Schattierungen. Er schildert bald den Liebestrieb als elementares und brutales Lebensbedürfnis einfacher, auf niedriger Kulturstufe stehender Männer, bald die Sehnsucht hochkultivierter Menschen, namentlich Künstler, nach der im Weibe verkörperten Schönheit. Langers zweites Buch „T r ä um er und Morde r" (Snilci a vrahove, 1921) enthält eine Anzahl zum Teile derb realistischer, zum Teil phantastischer, aber durchwegs ungemein packender und auch durch ihre Konzeption ausgezeichneter Erzählungen. Seine Erfahrungen als Legionär in Rußland legte Frantisek Langer 139

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