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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 142

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 142)
Language
German
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IRI
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werden verdient. Eine von ihrem Mann vernachlässigte Frau verbringt mit ihrem Liebhaber eine Nacht in größtem Liebesglück. Sie wird von ihrem klugen und treuen Hündchen verraten und die beiden Liebenden bezahlen ihre sündige Liebe mit dem Tode. Im Jenseits, wird ihnen Verzeihung zuteil. Ihre Liebe war stärker als der Tod, daher stärker als alle Gesetze. Seinen Ruhm begründete Frantisek Langer erst durch das nächste Drama, das humorvolle und sinnreiche Lustspiel „Ein Kamel geht durch ein Nadelöhr" (Velbloud uchem jehly, 1923). DeT Dichter knüpft hier an die Worte des Neuen Testamentes an: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, ehe ein Reicher des Himmelreiches teilhaftig wird", und er fügt durch den Mund einer der handelnden Person hinzu: „und ehe ein junger Mann aus reichem Hause ein braves Mädel aus armen Hause heiratet". Er zeigt an dem Verhältnis des reichen Alik Vilim zu der überaus tüchtigen und unternehmungslustigen Bettlerstoehter Suse die heilsame Wirkung der Mischung des degenerierten Blutes höherer Kreise mit dem gesunden Blute des Volkes. Suse macht aus dem idiotenhaften Alik einen Menschen und der Vater Aliks, der sich anfangs gegen die Verbindung seines Sohnes mit Suse sträubt, muß angesichts der Wunder, die das Mädchen bewirkte, einwilligen. Mit „Ein Kamel geht durch ein Nadelöhr" begann Langers Aufstieg. Große Erfolge erzielte er durch „Peripherie", ein Drama, das nach französischem Muster die niedrigsten Schichten der Vorstadtbevölkerung auf die Bühne bringt. Der aus dem Zuchthaus entlassene Sträfling Franzi kehrt in sein früheres Quartier zurück, das von einem Freudenmädchen bewohnt wird. Beide finden aneinander Gefallen. Am nächsten Tag kommt ein fremder Herr zu Anna als Gast. Der sonst gutmütige Franzi wird von solcher Eifersucht erfaßt, daß er den Fremdling erschlägt. Den Leichnam verschleppt er auf einen Bauplatz. Dann tut er, als ob er ihn dort gefunden hätte, und verständigt die Polizei von seinem Fund. Dadurch lenkt er den Verdacht von sich ab, ja er wird für seine Tat sogar noch belohnt. Die Witwe des Ermordeten, eines Wüstlings, der seine Frau furchtbar gequält hatte, schenkt Franzi die Garderobe ihres Gatten, der nunmehr wieder seinem früheren Beruf als Bartänzer nachgehen kann. Er unterweist auch Anna im Tanz, sie treten gemeinsam auf und so reißt er sie aus ihrem schmutzigen Beruf heraus. Obgleich Franzi und Anna jetzt ein sorgenloses Dasein führen, ist jener nicht zufrieden. Sein Geheimnis quält ihn so, daß er es verraten muß. Er teilt es seinen Kameraden, der Witwe des Ermordeten, ja selbst der Polizei mit; doch keiner schenkt ihm Glauben. Erst ein verkommener Mensch, ein gewesener Richter, der sich dem Alkoholgenuß ergeben hatte und 138

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