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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 141

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 141)
Language
German
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IRI
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sehen Seele des Dichters, auch wenn sie nicht, so wie die früheren, ausgesprochen zionistische Tendenz aufweisen. Grottlieb umfaßt in seinen Versen die ganze Welt: Städte, Meere, Berge, Wälder, aber immer wieder kehrt er zu seinem jüdischen Ich zurück. Wenn es ihm auch vor allem darum zu tun ist, die Wandlungen der Welt in seiner Lyrik festzuhalten, so weist er doch auch auf jüdische Probleme hin („Unter dem Zederbaum", „Romanze von der Gerechtigkeit", „Konfirmation"). Eben erschien Gottliebs Roman „Das Leben Georg Kahns" (2ivoty Jifiho Kahna). Auch hier zeigt der Dichter an dein Helden des Buches das Schicksal des jüdischen Volkes, das sich viele Jahrhunderte lang nicht frei ausleben konnte. Der dritte berühmte Jude der tschechischen Literatur ist Frantisek Langer. Richard Weiner schuf sich den klangvollen Namen durch seine philosophischen Erzählungen, Otakar Fischer als Lyriker und Gelehrter, Frantisek Langer als Dramatiker. Er und Karl Capek können das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, dem tschechischen Drama die großen Bühnen der ganzen Welt erobert <zu haben. Frantisek Langer wurde 1882 in Prag geboren, widmete sich dem ärztlichen Beruf und ist gegenwärtig auch als Dramaturg des Weinberger Theaters tätig. Im Krieg geriet er in Gefangenschaft und machte bei der tschechischen Legion in Rußland ärztlichen Dienst. Langers dramatisches Erstlingswerk ist die Tragödie „D e r heilige Wenzel" (Sv. Vaclav, 1912), worin der Kampf der beiden feindlichen Brüder Wenzel und Boleslav, der Repräsentanten des Christentums und des Heidentums, getreu nach der geschichtlichen Überlieferung, jedoch ohne künstlerische Einbuße für das Stück dargestellt wird. Es gehört zu den besten der zahlreichen tschechischen Wenzel-Dramen. Nach ihm schrieb Langer das Tendenzdrama „Die Millionen" (Miliony, geschrieben 1914, erschienen 1920), in dem er zu zeigen versucht, wie der Reichtum im Menschen jeden Funken von Humanität ertöten kann. Nur aus Freude am Vermögen jagt der vielfache Millionär Jakob Wied dem Gelde nach. Weder er , noch seine Familie, viel weniger die Allgemeinheit genießen die Vorteile seines Riesenvermögens. Wo es sich um Anhäufung von Gütern handelt, benimmt sich Wied auch zu seiner nächsten Umgebung rücksichtslos brutal. Er erreicht schließlich, daß er, von Freunden und Verwandten verlassen, mit seinen Millionen ganz allein zurückbleibt. 1 Auf die „Millionen" folgte das Liebesdrama „Die Nach t" (NocT 1922), worin neben anderen Vorzügen (z. B. der strahlende Glanz, der die Liebesszenen umgibt, der feine lyrische Ausdruck für die Liebesstimmungen) die Motivierung des Stückes besonders hervorgehoben zu 137

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