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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 140

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 140)
Language
German
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IRI
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Nietzsche, Heine, Mörike, Hebbel, Keller, K. F. Meyer u. a. a. Ferner übersetzte Fischer Goethes Epigramme und Elegien, Schillers „Räuber", Hofmannsthals „Der Tor und der Tod" und Wedekinds „Lulu". Gegenwärtig veranstaltet Fischer in der Sammlung „Pantheon" (bei Borovy in Prag) eine Gesamtausgabe Goethes. 'Ein Meisterwerk an Übersetzungskunst lieferte Fischer in der Übertragung von Goethes Faust ins Tschechische. Sie stellt alle bisherigen Übersetzungen (von J. J. Kolär, Fr. Vlcek, ja sogar die von Jar. Vrchlicky) in den Schatten. Fortan wird man, wenn vom tschechischen Faust die Rede sein wird, nur an Fischers Faust-Übersetzung denken dürfen. Ot. Fischer bereicherte das tschechische Theaterrepertoire durch Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen. Seinem jüdischen Bewußtsein verlieh er auch als Übersetzer Ausdruck, indem er Spires „Hebräische Melodien" und Jehuda Halevis Gedicht „Zion" in tschechisches Gewand kleidete. Von Otakar Fischer beeinflußt sind die Poesien des jungen Prager zionistischen Dichters Fr, Gottlieb. Der begabte Schüler folgt dem Meister sowohl in der Form wie auch im Ideengehalt seiner Gedichte. Wir besitzen von Franz Gottlieb (1904 inKlattau geboren, Mitarbeiter der „Zidovske zprävy" und Herausgeber des „Zidovsky kalendär", eine führende Persönlichkeit der Prager zionistischen Jugend) zwei Gedichtsammlungen: „D er Weg nach Kanaan" (Oesta do Kanaan, 1924) und „Wandlungen" (Promeny, 1928). Im Weg nach Kanaan sehnt sich der im Weltall umherirrende Dichter nach einem festen Punkt, auf dem er Fuß fassen könnte. Er findet ihn im Judentum, in Erez Israel, dem Lande der Erlösung. Dem Judentum und Erez Israel widmet nun der Dichter sein Denken und Fühlen und — seine Verse. „Die Kokosnuß", „Die Rasse auf dem Marktplatz", „Der Pogrom", „Der Freitagabend", „Der Friedhof" sind der Ausdruck von Gottliebs konzentriertem Judentum. In dem zentralen Gedicht, das der Sammlung den Namen gab, schildert der Dichter seine dornenvolle Entwicklung als die typische Entwicklung eines jungen Juden der Gegenwart, und er betet zu Gott, der ihm im brennenden Dornbusch erschienen war, ihn von zweierlei Bürde, der des Menschen und der des Juden, zu befreien und ihn ins Land Kanaan zu führen, wo er Ruhe fände. Gott weist ihm den richtigen Weg und er will Gottes Wort auch anderen Juden verkünden: „Jak struna se vzepnu navecer od zeme k nebi, bozi dech do mne udefi, zahraji: Läsfcy je zapotrebi, nechte zävist, shon a chvat, pfipravte ryce, jak veli Pän, chystejte Kanaan!" (Wie eine Saite werde ich mich abends von der Erde zum Himmel spannen, Gottes Odem wird mich treffen, ich werde tönen: Liebe muß sein, laßt ab von Neid, von Jagen und Hasten, nehmt Spaten, wie der Herr befiehlt, bereitet Kanaan vor!) Die Gedichte der zweiten Sammlung entspringen ebenfalls der jüdi- 136

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