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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 114

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 114)
Language
German
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IRI
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ments, ihn zog auch das Neue Testament stark an. Seine Ansicht über Christus äußerte er bereits in einem 1907 im Rozvoj veröffentlichten und seinem Sohne gewidmeten Gedicht „Dein Christu s". Er faßt darin Christus nicht als Gott, sondern als hervorragenden Menschen auf. „Ne bohem, ale dobrym clovekem, jenz tobe vzorem bucT, az dorostes a dovedes jej chäpat jako vzor!" (Kein Gott, sondern ein guter Mensch, der dir als Vorbild diene, bis du erwachsen bist und ihn als Vorbild zu begreifen vermagst.) In seinem Werke „Kapitel vom Judentum und der Judenheit" widmet er einen längeren Abschnitt der Frage „Die Juden und Jesus Christus", worin er genaue Kenntnis der Literatur über Christus verrät. Mit diesen Studien hängt offenbar auch das Drama „Der Verräter" (Zrädce) zusammen, worin sich der Dichter bemüht, Judas von der Schuld des an Christus begangenen Verrates zu entlasten. Christus verschuldete seinen Tod selbst. Wußte er doch, daß ihn einer seiner Jünger verraten werde und er sagte selbst seinen Tod voraus. Er konnte also sowohl dem Verrat als auch dem Tode entgehen. Judas beging seine Tat nicht aus Eigennutz. Wohl bekam er 30 Silberlinge, aber er behielt sie nicht für sich, sondern warf sie unter die jüdischen Priester und Leviten. Die Hauptursache von Judas' Verrat war seine Enttäuschung. Er erwartete von Christus die Befreiung der Juden aus den Fesseln Roms, aber Christus wies jedwede Rache von sich. Er erwartete von ihm das himmlische Königreich; doch Christus sprach: „Zuerst sterbe ich am Kreuz für die Sünden der Menschheit, um von den Toten aufzuerstehen." Von Ungeduld getrieben, um Zeuge zu sein von Christi Ruhm und seiner Himmelfahrt, ging er hin und verriet ihn. Der Autor beschließt sein Drama mit folgender Charakteristik Judas': „Wie immer er starb, seine Qual ist zu Ende. Er war ein ganzer Mann! Seinen Worten folgten Taten!" Ledas Vorliebe für die Heilige Schrift geht auch aus zahlreichen biblischen Gedichten hervor, die in den einzelnen Jahrgängen des Ceskozidovsky kalendäf zerstreut und später unter dem Titel „Biblische Glossen" (Biblicke glosy) in Buchform erschienen sind. Darin behandelte Leda einen großen Teil der Biblischen Geschichte, von den ersten Menschen angefangen bis zu den Propheten. Er widmet seine Aufmerksamkeit nicht nur den hervorragenden Männern, sondern auch den Frauen des Alten Testaments. Seine Gedichte heißen: Kain, Noa, Abraham, Isak, Moses, Josua, Samson, David, Salomon, Mardochaj, Jeremia, Arnos, Nahum, Hagar, Lea, Dina, Iephtas Tochter, Ruth. Wenn wir bedenken, daß Leda nebst dieser ausgedehnten schriftstellerischen auch eine intensive politische Tätigkeit entfaltete, wobei er stets als Kämpfer für Freiheit und Fortschritt auftrat, daß er in 110

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