Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 113)
- Language
- German
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Fabrikant, bei dem er angestellt ist, und dessen Neffe sind zwei sehr sympathische Judengestalten. „Das Erdenparadies im Himmel4' (Zemsky räj v nebi) ist eine Sammlung satirisch zugespitzter Humoresken, in denen verschiedene Heilige, wie Petrus, Krispinus, Florian, Makarius, Zita, Margarethe, Barbara u. a. eine Rolle spielen. Komisch wirkt das erdenhafte, mit allen Schwächen der Menschen behaftete Wesen der Heiligen. Im zuletzt erschienenen Buch „Der wiedergekehrte Le- Heek" (Lelicek redivivus) knüpft Leda an die sehr verbreitete Satire von Vavris (== der Wiener Gesandte Vavrecka) „Franz Lelicek im Dienste von Sherlock Holmes4' an. Unter „Lelicek" versteht man seit Vavris' Buch einen „Strohmann", der unter Hintansetzung seines eigenen Lebens das Leben eines Fürsten beschützt. Ledas Lelicek war einst der Strohmann des spanischen Königs Alfons, lebt jetzt in Nizza und wechselt mit einem „alten Herrn" aus Prag (mit dem Schriftsteller) humoristische Briefe, die zu allen Tagesfragen Stellung nehmen.32) Auch als Dramatiker war Leda recht produktiv. Wir nennen von seinen Dramen den „Theatervorhang'' (Divadelni opona), eine Satire auf die politischen Verhältnisse einer tschechischen Kleinstadt, „Der tschechische Hans" (Cesky Honza) und „Der Däum- 1 i n g" (Palecek), beide dramatisierte Märchen mit starker satirischer und sozialpolitischer Tendenz, „Auf der Messerschneide" (Na ostri noze), eine Sammlung kleinerer dramatischer Einakter oder einzelnen Szenen, „Die Gemeindewahlen" (Obecni volby), „Das Recht zu leben" (Prävo k zivotu), „Die Sünden der V ä t e r" (Hfichy oteü) und „Frau Protektion" (Pani Protekce). Beide letzten Dramen Ledas „M o s e" (Mojzis) und „Der Verräter*' (Zrädce) sind der Bibel entnommen. Im ersten hält sich der Dichter ziemlich genau an die Quelle und schildert Mose in drei verschiedenen Lebenslagen und an drei verschiedenen Örtlichkeiten: 1. bei seinem Schwiegervater Jetro zu Midjan, wo er von Gott aus dem Dornbusch den Befehl erhält, das Volk Israel aus der ägyptischen Knecht schaft hinauszuführen, 2. eineinhalb Jahre später in der Wüste, wo sich Korah und dessen Anhänger gegen ihn empören und Gott lästern und 3. an der Schwelle Kanaans unmittelbar vor seinem Tode. Abweichend von der Bibel wird Korah nicht als jener böse und sündige Widerspruchsgeist, sondern als revoltierender Kämpfer für Gerechtigkeit dargestellt, der für sich von Gott denselben Anteil begehrt wie Aron. Wie in den Romanen, so flicht Leda auch hier Erörterungen über verschiedene Fragen ein, die ihn interessieren und mit denen er sich gerade in seinen lehrhaften Schriften beschäftigt. Leda beschränkte sich nicht nur auf das Studium des Alten Testa- 109