Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 111

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 111)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2644300-2644305--1117-2645460
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

jüdischen Religion, der jüdischen Mystik und dem Ohassidismus, der National- und Rassenfrage, dem Antisemitismus, der Assimilation, dem Zionismus, er entwirft ein Bild des westeuropäischen Juden und zeigt, was die Juden in Kunst und Wissenschaft geleistet haben. Zum Schluß widmet er sich den Verhältnissen der Juden in der Tschechoslo vakei. Dr. Lederer beschränkte sich aber nicht auf die Erörterung der tschechisch-jüdischen Frage, sondern lenkte seine Aufmerksamkeit auch auf Fragen der Kommunal-, Landes- und Reichspolitik, besonders nahm er sich der geknechteten Slovaken und der isolierten Wiener Tschechen an. So gab er im Jahre 1914 das Buch „Ein Stück tschechischer Selbstverwaltung" (Kus ceske samosprävy) heraus, worin er an Beispielen aus der Kleinstadt die Armseligkeit der tschechischen Selbstverwaltung zeigt und für die gesamtnationale Idee, die Wahlreform und die Demokratisierung des öffentlichen Lebens eintritt. Die Broschüre „Dr. Karl Kramaf" enthält einen scharfen Angriff auf den Führer der jungtschechischen Partei. In der Broschüre „D a s tschechische Wien" (Ceskä Viden) beklagt er die Gleichgültigkeit des tschechischen Volkes, namentlich der tschechischen Volksvertreter im Wiener Parlament gegenüber den Wiener Tschechen und macht Vorschläge für die Organisation der tschechischen kulturellen Arbeit in Wien. Sein Verhältnis zu dem nowegischen Dichter Björnson, den er dermaßen für die unterdrückten Slovaken zu interessieren vermochte, daß er sich ihrer öffentlich (im Jahre 1909 in der Münchener Zeitschrift „Der März") annahm, schildert Lederer in dem Buche „Björn stjerne Björnso n". Ein Mittelding zwischen wissenschaftlicher und belletristischer Prosa ist das erzieherisch wertvolle Buch Lederers „Briefe an einen jungen Freund" (Epistoly k mlademu pfiteli). Der Verfasser wechselt fingierte Briefe mit einem jungen Prager Akademiker als dessen Beichtvater, Ratgeber und aufrichtiger Freund; er bespricht in ihnen alle aktuellen Probleme, die die junge tschechische Intelligenz um das Jahr 1910 betrafen, also religiöse, politische und literarische Fragen, und unterhält sich mit ihm über die Wichtigkeit des Turnens und Sportes, über das Geschlechtsproblem, über die Erwerbsverhältnisse der Studenten u. a. m. Dabei erteilt .er ihm aus seinen reichen Erfahrungen Ratschläge und bemüht sich, ihn vor Irrtümern bnd Vorurteilen zu bewahren. Als belletristischer Schriftsteller schreibt Dr. Lederer unter dem Pseudonym L e d a. Wir besitzen von ihm Romane, Dramen und auch epische Gedichte, deren Stoffe er zum größten Teil der Bibel entnimmt. Ledas erster Roman „Auf entlegener Scholle" (Na zapadle hroude) spielt in einem überwiegend deutschen Städtchen Südböhmens, 107

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.