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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 102

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
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IRI
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Bondy (1832—1907), der viel Sinn für die kulturellen Bedürfnisse des Judentums hatte, verdanken wir das Werk „Z u r Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien" (1906), eine Fundgrube für jeden, der sich mit der Geschichte der Juden in der csl. Republik beschäftigt.31) Bondy ermöglichte das Werk nicht nur durch seine Geldmittel, sondern auch durch fleißige Mitarbeit, nämlich durch Sammlung historischer Dokumente. Dr. Philipp Bondy (1830—1908), der erste tschechische Rabbiner Böhmens, veröffentlichte seine tschechischen Predigten in dem Buche „Die Stimme Jakobsu (Hlas Jakubüv) und gab, wie bereits erwähnt, jüdische Religionsbücher in tschechischer Sprache heraus. Alle diese genannten Personen trugen zweifellos zur Bereicherung der tschechischen Kultur bei; doch waren sie — mit Ausnahme von Prof. Zucker, Dr. Bastyf und Jos. Penizek — literarisch nicht hervorragend produktiv. Eine umfangreiche literarische Tätigkeit entfalteten erst die vier Schriftsteller, die zugleich als tragende Säulen der tschechisch-jüdischen Bewegung gelten, nicht nur deshalb, weil sie viele Jahre hindurch als ihre Führer im Vordergrunde standen, sondern weil sie ihr den Ideengehalt und die gedankliche Ausrüstung gaben. Es sind: Dr. Viktor Vohryzek, Dr. Bohdan Klineberger, Dr. Eduard Lederer und Dr. J i n d f i c h K o h n. Dr. Viktor Vohryzek wurde am 1. Jänner 1864 in Pfestavlk bei Hrochüv Tynec als dritter Sohn des Eisenhändlers Nathan Vohryzek (der Vater schrieb sich noch Wohrizek) geboren. Großen Einfluß nahm auf den Knaben sein Großvater mütterlicherseits, ein hebräischer Gelehrter, dem der Junge sein grüblerisches Wesen verdankte. Viktor besuchte zuerst die jüdische Schule seines Heimatsortes, die unter der Leitung des vorzüglichen Lehrers Springer stand, nachher das Gymnasium zu Chrudim. Nach der Matura widmete er sich an der Prager tschechischen Universität dem Studium der Medizin und promovierte im Winter des Jahres 1887. Nachdem er einige Zeit in der Irrenanstalt bei den Professoren Eiselt und Thomayer tätig gewesen war, ließ er sich in dem südböhmischen Städtchen Vodiian als praktischer Arzt nieder. Dort pflegte Vohryzek innigen geistigen Verkehr mit den berühmten tschechischen Schriftstellern H e r i t e s, M o k r y und Zeye r. Er mußte viel studieren, um sich des Verkehres mit diesen Männern würdig zu erweisen. In seiner autobiographischen Skizze zählt Vohryzek die Bücher auf, in die er sich damals mit großem Nutzen vertiefte und die er auch anderen als Grundlage praktischer Bildung empfiehlt. Es sind: Gogols „Tote Seelen",

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