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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 98

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 98)
Language
German
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IRI
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Unsicherheit, ja Ratlosigkeit in den ersten Monaten des Bestandes der Tschechoslowakischen Republik hervor. Vom Dezember 1918 angefangen, erscheinen die 2idovske zprävy als Wochenblatt und sie nehmen mit dem Jahrgang 1919/20 ein größeres Format an, das sie bis zum heutigen Tage beibehalten haben. Die Dezembernummern des Jahres 1918 beschäftigen sich ausführlich mit den Ausschreitungen gegen die Juden in Prag, Holleschau, Pn'bram, Deutsch-Brod, Klattau und anderwärts, die Jännernummern des Jahres 1919 referieren über die erste Tagung der jüdischnationalen Judenschaft (vom 4. bis 6. Jänner 1919). Nebst Aufsätzen über jüdisch-politische Tagesfragen (darunter befinden sich auch solche von Max B r o d, Martin Bube r, Achad H a a m, Gordon u. a.) bringen die Zidovske zprävy zahlreiche Nachrichten über Palästina und sie führen auch die Spendenverzeichnisse für den jüdischen Nationalfonds ein. Im Frühjahr 1920 spiegelt sich in den Zidovske zprävy der den Wahlen in die Nationalversammlung vorangehende Wahlkampf wider. Obgleich die Jüdischnationalen 80.000 Stimmen auf sich vereinigt hatten und Anspruch auf vier Mandate gehabt hätten, gingen sie dennoch leer aus, weil die WahlvoTschriften die Erlangung von mindestens 20.000 Stimmen in einem Wahlkreis bestimmten. Alle die Judenfrage behandelnden Aufsätze der Prager und der Provinzblätter werden abgedruckt und glossiert. Im Jahre 1921 werden die Volkszählung (auf deren «politische Bedeutung hingewiesen wird), der tschechoslovaki&che Zionistentag und der zionistische Kongreß in Karlsbad als die wesentlichsten Ereignisse registriert. Im Jahre 1922 wurde das Blatt um eine Literaturbeilage erweitert. Darin werden Neuerscheinungen des jüdischen Büchermarktes besprochen. In früherer Zeit pflegten in dieser Rubrik auch Originalgedichte Franz Gr o 111 i e b s oder Übersetzungen hervorragender hebräischer oder jiddischer Dichter veröffentlicht zu werden. Die Zidovske zprävy erscheinen bis zum heutigen Tage und erfreuen sich eines zahlreichen Lesepublikums. Der jüdische Kalender. Der jüdische Kalender (Zidovsky kalendar) erschien zum ersten Male im Jahre 1920. Bis zum Jahre 1923 wurde er vom Studentenverein „Theodor Herzl", von da ab von den Zidovske zprävy herausgegeben. Die Redaktion lag bis 1925 in Händen Emil W a 1 d s t e i n s, die folgenden Jahrgänge wurden von Zdenek Landes, Fr. Friedmann und Fr. G o 111 i e b redigiert. Die jungen jüdischen Akademiker erkannten ganz richtig, daß ihre Glaubensgenossen im tschechischen Sprachgebiet jedweden Zusammen- 94

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