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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 96

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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schützen. Seitens einiger übereifriger Juden kamen tatsächlich Fälle von Angeberei vor, derentwegen die gesamte Judenschaft der Denunziation geziehen wurde. Es 'kommen galizische Flüchtlinge, und verschiedene Wohltätigkeitsausschüsse wenden sich durch den „Rozvoj" an die jüdische Öffentlichkeit. Während des Krieges macht der „Rozvoj44 eine schwere Krise durch. Im Herbst 1915 stellt er sein Erscheinen ein. Erst nach dem Kriege tritt er neuerdings ins Leben und erscheint bis zum heutigen Tage als sehr verbreitetes Wochenblatt. Die zionistische Presse. Wollten die Zionisten in Böhmen und Mähren propagandistisch wirken, so durften sie auf eine tschechische Presse nicht verzichten. Sie begründeten am 1. Juli 1913 das Zweiwochenblatt „Jüdische Blätter für Böhmen, Mähren und S c h 1 e s i e n44 („Zidovske iisty pro Cechy, Moravu a Slezsko"). Als Redakteure fungierten nacheinander Dr. F a n 11 und Dr. Jehoschua S u £> i c k y, ihre Mitarbeiter waren Dr. Gustav A s c h e r m a n n, Ing. Eduard As eher mann und Rudolf Eisens t e i n. Die Redaktion befand sich in der Dlouhä tr. 41 (dem heutigen Beth-Haam). Das Blatt wurde in Dobris bei M. Tucek gedruckt. Bei Ausbruch des Krieges mußten die Redakteure und Mitarbeiter einrücken und die „Zidovske listy" mußten nach einjährigem Bestand eingestellt werden. Die Notwendigkeit eines tschechisch geschriebenen, jüdisch bewußten Organs wird im Leitartikel mit dem kritischen Zustand des Judentums und der Judenheit in und außerhalb Böhmens begründet, einem Zustand, der die Existenz der Juden als solche bedroht. In einem zweiten Aufsatz wird das Verhältnis der neujüdischen Bewegung in Böhmen zu ihrer nichtjüdischen Umgebung untersucht. Sonst beschäftigen sich die „Zidovske listy" mit den Verhältnissen der Juden im allgemeinen, mit dem Zionismus im besonderen, und sie registrieren sorgfältig die gesamte das Judentum betreffende Literatur. Schon im Jahre 1916 erwog man auf Anregung Dr. Singers die Herausgabe eines neuen zionistischen Organs in tschechischer Sprache. Doch konnte der Gedanke erst im Frühjahr 1918 verwirklicht werden. Im April dieses Jahres erschienen, wiederum als Zweiwochenblatt, die „Jüdischen Nac h r i c h t e n" (Zidovske zprävy). An ihrer Wiege standen: Dr. Singer, Emil W a 1 d s t e i n, Dr. K o r n f e 1 d, Norbert Adler, Irma P o 11 a k und J. K u 1 k a; materielle Förderung wurde ihnen von Max F i s c h 1 aus Karolinenthal zuteil. Ihr erster Redakteur war Emil Waldst ei n, sein fleißigster Mitarbeiter Dr. Fr. Friedm a n n (Is Salom), der durch seine Aufsätze „Das jüdische Prag'4 Aufmerksamkeit erweckte. In der Schriftleitung der „Zidovske zprävy" lösten sich ab: Dr. Friedmann, Dr. Gustav Fleischmann und wieder Dr. Waldstein. Nach dessen im Jahre 1925 erfolgter Über- 92

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