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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 95

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 95)
Language
German
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IRI
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bäum schreibt über die für das tschechische Volk ungünstig ausgefallenen Wahlen in die mährischen Handelskammern und macht die antisemitischen Parteien der Tschechen für den bösen Ausgang verantwortlich, weil diese nicht aufhörten, gegen die Juden zu hetzen. Der „Rozvoj" behält seine Form und seinen Umfang bis zum Kriegsausbruch. Im Jahre 1911 erhält er eine Literaturbeilage und gewinnt Josef Kodicek und Arne Laurin als Mitarbeiter; diesen für Kunstkritik, jenen für Literatur- und Theaterkritik. Die Arbeitstagung des Verbandes fortschrittlicher Tschechojuden, die im März 1911 in Prag abgehalten wurde, findet in der Zeitung ein lautes Echo. Dasselbe gilt von den Wahlen in den Reichsrat. In der LiteTaturbeilage gibt Dr. Ed. Lede r e r einen Bericht über seine Palästinareise. Im Jahre 1912 wird die selbständige belletristische Beilage wieder aufgelassen, doch bringt jede Nummer einen Literaturbeitrag. Das Interesse für Mähren wächst. Eine Reibe von Aufsätzen beschäftigt sich mit diesem Land. Neben Kodicek und Laurin besorgt auch Erwin Taussig die literarische und Theaterkritik. In diesem Jahre beginnt Dr. Jindfich K o h n für den „Rozvoj" zu schreiben. Er publiziert darin die Aufsätze: „Die Judenfrage im Lichte der tschechischen Frag e" und „Geistige Moden und die jüdische Frag e". Im Jahre 1913 entsteht ein Konflikt zwischen der jüngeren Generation, die, von Josef Kodicek, Erwin Taussig und Alfred Fuchs vertreten, für Martin Buber und Weininger schwärmt, und der älteren Generation. Dr. Vohryzek schreibt den Aufsatz „Bubers Absurditäten", worauf die Jungen dem „Rozvoj" ihre Mitarbeit kündigen und die Zeitschrift „P fehle d" gründen. Im letzten Viertel dieses Jahres beschäftigt sich der „Rozvoj" namentlich mit zwei Ereignissen: dem elften Zionistenkongreß und dem Kyjever Bejlisprozeß. Das Jahr 1914 beginnt unglücklich. Ausgebrochener Lohnstreitigkeiten wegen erscheint der „Rozvoj" erst am 13. Feber und von da ab nur alle vierzehn Tage. Das Blatt schrumpft immer mehr ein, namentlich als im Juli und den weiteren Monaten die Kriegserscheinungen zutage treten. Dr. Teytz geht an die galizische Front ab und die Redaktion übernimmt provisorisch Leo Vohryzek. Die zweite Kriegsnummer erscheint erst nach zweimonatiger Pause am 23. September und ist voll weißer Flecken. Die ersten zensurierten Stellen erscheinen im Aufsatze Dr. Vohryzeks „Vor einem neuen Aufflammendes Antisemitismus", in dem auf die antisemitische Stimmung aufmerksam gemacht wird, die sich im tschechischen Volke vorbereitet. Dasselbe Thema schlagen Dr. Eduard Lederer, Dr. Klineberger und Max Lederer an. Der „Rozvoj" muß die Juden gegen den Vorwurf der Denunziation 91

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