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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 67

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 67)
Language
German
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IRI
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Schutz, daß sie im Dorfe, in dem sie wohnen und reich werden, niemals heimisch werden, sondern immer Fremdlinge bleiben, indem er meint, daß sie ihren Wohnort niemals vom Herzen lieben können, da sie immer darauf vorbereitet sein müssen, daß ihr Haus von einem rohen Pöbel geplündert werden könnte und sie es verlassen müßten. Herbens Roman hat in der Judenschaft um so größeres Befremden hervorgerufen, als man wußte, daß er dem Antisemitismus ferne steht26). Alois Mrstik (1861—1924) schildert im Roman „Ein Jahr auf dem Lande" (Rok ria vsi) das Leben des slowakischen Volkes, wie es sich im Laufe eines Jahres abspielt. Er führt dem Leser nicht nur die Bewohner des Ortes Habrüvka (d. i. sein Wohnort Diväky bei Auspitz) vor Augen, sondern auch auswärtige Leute, wie z. B. Hausierer, die Habrüvka aufzusuchen pflegen. Zu ihnen gehört ein jüdischer Hausierer aus Damboritz, dem Mrstik einen eigenen Artikel widmet. Er nennt ihn seines hohen Alters wegen und weil er angeblich seit Jahrzehnten nicht gealtert sei, Ahasver, und zeichnet ihn wahrheitsgetreu und ohne jedweden Haß. Ärger kommen die Juden aus Habrüvka weg, z. B. die Gastwirte Katz und Weiner und der Kaufmann Sonnenschein. Schrecken befällt die Bewohner des Ortes, wenn der berüchtigte Wucherer Kohn aus Borovä dort erscheint. „Wessen Kopf wird es kosten?" raunen sie einander zu. Alois Mrstik, der in seinem Roman über den fürchterlichen Verfall des slowakischen Volkes, über seine Unsittlichkeit und die Verbreitung des Alkoholismus klagt, macht die Juden für diese Volkskrankheit verantwortlich. Sechsunddreißig Eimer Schnaps wurden in Habrüvka in einem Monat ausgetrunken. Maxi Katz und Rybäf (d. i. der christliche Gastwirt) waren mit ihrem Geschäft zufrieden, aber die Bewohner von Habrüvka verloren einen Viertellahn nach dem anderen, eine Chaluppe nach der anderen. Die einen waren Quartalssäufer, die anderen tranken beständig, bei Tag und Nacht. Und die Schuld daran trug der Jude. „Zida debe nebelo, pane faläfu, vseci besme beli hjinaci. Zid je nase nescesti" (Wenn es keinen Juden gäbe, Herr Pfarrer, so wären wir alle anders. Der Jude ist unser Unglück), meint der betrunkene Svästa. Und Mrstik führt weiter aus: „Die Gewohnheit, Branntwein zu trinken, besteht fort und da sich dieser in jüdischen Händen befindet, geißelt der Alkoholismus in unbarmherziger Weise die Bewohner von Habrüvka... Der jüdische und pseudoherrschaftliche Geschmack fand wie die Pest Eingang unter die Landbevölkerung ... Die Mädchen bringen aus jüdischen Dienststellen uneheliche Kinder nach Habrüvka, so wie die Soldaten Blutkrankheiten ... Die sogenannte jüdische Moral setzt alledem noch die Krone auf. Israel jubelt. Beruht doch seit jeher im sittlichen Verfall des Volkes die siegreiche Kraft seiner Rasse. Schnaps und Betrug 63

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