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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 65

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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IRI
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Lasica verstrickte er den Großbauer Spirek, der sich einst Leopoldkas sehr warm angenommen hatte, heimtückisch in einen Prozeß mit dem Grafen Egon, und da Spirek für die Prozeßführung immer neue Anleihen bei Leopoldka machen mußte, geriet er immer tiefer bei Ihm in Schulden. Als Leopoldka die Zeit für gekommen erachtete, trieb er seinen Schuldner in die Enge und veranlaßte die Pfändung seines Bauerngutes. Aber Spirek war nicht Leopoldkas einziges Opfer. Weit und breit gab es kein Dorf, wo der Jude nicht seine Schuldner gehabt hätte. Eines Tages ließ er alle seine Außenstände durch einen Advokater in brutaler Weise eintreiben und gab das Geschäft auf. Von einem preußischen Agenten auf den bevorstehenden Krieg (im J. 1866) aufmerksam gemacht, wurde er Armeelieferant. An Holeceks Beispiel sehen wir, wie gewisse tschechische Schriftsteller den Juden überhaupt nur mehr als Repräsentanten des Übels darzustellen vermögen. Wohl gesteht er in dem Buche „Bauernt u m" (Selstvi), in seiner Heimat neben dem weniger sympathischen Dorfgeher, den die Leute Kuba nannten, einen braven und grundehrlichen jüdischen Hausierer mit Glas und die hochachtbare jüdische Familie Erschner gekannt zu haben. Trotzdem läßt er im Roman an dem Juden nicht einen guten Zug, er versieht ihn nur mit bösen Eigenschaften. In Holeceks Ton behandelt auch S. Baar, ein Priester aus dem Böhmerwald (1869—1925), in seinem Roman „Johann Cimbura" das Judenthema. In der südböhmischen Ortschaft Putim siedelt sich der Jude Salamon Steiner an. Lange kann er es auf keinen grünen Zweig bringen, da ihm die Ortsbewohner trotz aller Verlockungen nicht auf den Leim gehen. Wozu sollten sie auch das Geld zum Juden tragen, da sie zwei christliche Geschäfte im Orte haben! Erst als es in der Nähe von Putim zum Bau einer Transversalbahn kommt, hebt sich Steiners Geschäft. Die Ingenieure, Partieführer und Arbeiter, kurz alle fremden Elemente, verkehren bei ihm und feiern dort wahre Orgien. Man nennt daher Steiners Lokal „Sodom". Die Einheimischen meiden es auch weiterhin. Nach Fertigstellung der Bahnstrecke verödet „Sodom" wieder und Salamon Steiner bleibt nichts anderes übrig, als sein Glück anderswo zu versuchen. Er verläßt Putim und der Ortspfarrer atmet erleichtert auf, als er seine Gemeinde wieder judenrein hat. Nicht minder gehässig als Holecek und Baar schreibt über die Juden Johann Klecanda (1855—1920) in dem Roman „Kleinstadtapostel" (Malomestsk^ apostol). In dem Gastwirt Wenzel Jarolimek zeichnet der Autor einen solchen Apostel, der sich um den geistigen, wirtschaftlichen und nationalen Fortschritt seines Heimatstädtchens 61

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