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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 57

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 57)
Language
German
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IRI
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nicht mit dem tschechischen Heer Friedrichs von der Pfalz sympathisierten. Ein Machwerk schlimmster Art ist Fr* Ad. Suberts „Rache der Judengemeinde" (Pomsta zidovske obce). Der sonst angesehene Schriftsteller, namentlich als Dramatiker, erzählt hier dem Chronisten J. F. Beckovsky wortwörtlich ganz unmögliche Dinge nach, um den Prager Pogrom vom Jahre 1339 zu rechtfertigen und ihn als von den Juden selbstverschuldet hinzustellen. Damit die Juden die Prager Christenhäuser in ihre Hände bekämen, hätten sie zu einem sehr einfachen Mittel gegriffen — zur Brunnenvergiftung und Pestverbreitung. Die beiden Juden Aron und Ebrusch sollen dabei auf frischer Tat ertappt worden sein. Aron legte noch vor seiner Verurteilung selbst Hand an sich, Ebrusch wurde verbrannt. Da sie im Auftrage der jüdischen Gemeinde gehandelt hatten, beschloß diese, sich an dem Urheber des Todes der beiden Märtyrer, dem Meister der Goldsehmiedekunst Ylnäk, zu rächen. Die Ausführung der Rache bildet nun den weiteren Inhalt des Buches. Durch das Vorgehen der Juden gereizt, überfiel dann das Volk mordend, plündernd und sengend die Judenstadt. So büßte die Prager Judengemeinde für ihre eigenen Verbrechen. — Daß sich ein Schriftsteller vom Range Suberts zu einer solchen Schmähschrift erniedrigen konnte, bleibt um so unverständlicher, als er später (z. B. im Buche „Bei uns inDobruschka") die Juden von einer sympathischeren Seite schilderte, ja sogar Mitarbeiter des Tschechischjüdischen Kalenders wurde. Erfreulicher ist der nächste in Betracht kommende Roman „Bruder Hyacinth" von Fr. Khol, in dem die sonderbare Geschichte des Benjamin Süßkind wiedergegeben wird. Dieser aus dem Ghetto strebende Sohn des orthodoxen Rabbi Jehuda Süßkind irrte als Knabe gerne in der Christenstadt umher, ja er schreckte nicht einmal vor dem Besuche einer Kirche zurück. Einst wurde er dort von den Gläubigen als Jude erkannt und so geschlagen, daß er in Ohnmacht fiel. Ein Mönch nahm sich seiner an und brachte ihn ins Kloster, wo er erst aus der Ohnmacht erwachte. Benjamin wurde getauft, trat als Frater in, den Orden ein und erhielt den Namen Hyacinth. Er studierte so fleißig, daß er bereits mit 19 Jahren Priester wurde. Aber an sein Vaterhaus konnte er nicht vergessen. Seine Sehnsucht nach diesem wurde noch größer, als er erfuhr, daß die ganze Familie bis auf den Vater und dessen Ziehtochter Lea, die ihm als künftige Frau bestimmt war, von der Pest dahingerafft wurde. Einst ging er an der Spitze einer Bittprozession über den Altstädter Ring, als er einem von Bütteln geführten Judenhaufen, in dem isicih auch sein Vater befand, begegnete. Er brach vor Erregung bewußtlos zusammen und mußte ins Kloster gebracht werden. Von da 53

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