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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 52

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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IRI
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kenne. Diese Angst verstrickt sie in ein solches Netz von Lügen, daß sie daraus keinen anderen Ausweg weiß, als ihrem Leben mit Gewalt ein Ende zu bereiten. Geza Török ist der Typus eines ungarischen Magnaten; er ist jähzornig, roh, schimpft auf die Juden, kann aber ohne sie nicht sein, weil sie ihm ersetzen müssen, was ihm an Verstand fehlt. Auf sein Volk ist er maßlos eingebildet. In seinen Diensten stehen die beiden Juden Israel Parach und Samuel Farkas. Der erstere stammt ebenso wie Ilona aus Zloczow; einst, als sie noch Sarah Machschew hieß, hielt er um ihre Hand an, wurde aber abgewiesen. Er gibt die Hoffnung auf sie nicht auf, verliert sie nicht aus den Augen und glaubt, für ihn werde die Zeit kommen, bis Sarah von ihrer Krankheit, der Sehnsucht nach einem wahrhaft guten Menschen, geheilt sein wird. Jetzt steht er als Verwalter in Töröks Diensten. Das Gut bringt unter Parachs Leitung einen großen Gewinn, aber dieser ist auch auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Er hat 100 hl unversteuerten Spiritus auf der nahegelegenen Donauinsel versteckt, um sie im Dunkel der Nacht auf das ungarische Donauufer hinüber zu schaffen. Der Hauptnutzen aus diesem Geschäft soll Török zufallen, doch Parach soll eine große Provision bekommen, wenn der Schmuggel gelingt. Die Entwendung einer so großen Menge von Spiritus kommt der Behörde zu Ohren und sie entsendet ihren Kommissär Koräb, einen „Oktobristen", der früher Körmeny geheißen hatte, auf die Puszta Kistur, um die Angelegenheit untersuchen zu lassen. Koräb ist ein boshafter, gewissenloser, dabei aber dummer Intrigant. Ihm ist es vor allem um die Ergreif erprämie zu tun, um die er mit dem zweiten Juden Farkas, der ihn auf die richtige Fährte geführt hatte, ringt. Er will Török und den tschechischen Hauptmann Tuöek in die Spiritus-Angelegenheit verwickeln und sie ins Verderben stürzen, wird aber selbst als Spitzbube entlarvt. An diese Schmuggelgeschichte knüpft sich das Liebesverhältnis Frau Töröks zu Hauptmann Tucek. Sie glaubt in dem Offizier endlich den „Menschen" gefunden zu haben, den sie seit dem Tod ihres ersten Gatten vergebens gesucht hatte. Aber auch er enttäuscht sie. Wohl ist er auf dem Weg, das wahre Menschentum durch Liebe zu erreichen, vorderhand ist er aber vom Ziel noch weit entfernt, er vermag sich vom Vorurteil gegen die Rasse nicht frei zu machen; darum bricht Ilona auch mit ihm. Zu Török kann sie nicht zurückkehren, weil sie von ihm als Jüdin erkannt wurde; von Parach, der glaubt, es sei jetzt für ihn die Zeit gekommen, will sie nichts wissen, so jagt sie sich eine Kugel durch den Kopf. Der Dichter schickt seinem Drama eine Einleitung voraus, in der er sich mit dem Leser über die Judenfrage auseinandersetzt. Er wendet 48

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