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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 50

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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IRI
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Judith, der schönen Tochter des Prager Juden Efraim. Der königliche Liebhaber gibt sich für einen Ritter Georg aus, Judith läßt sich seinetwegen taufen und auf die Burg 2ebrak entführen. Von Gewissensbissen gequält, verläßt sie in einem unbewachten Augenblick ihr Versteck und kommt zum Vater, um von ihm Verzeihung zu erbitten. Doch dieser sperrt die Tochter in einen Keller, damit sie dort den Richterspruch abwarte. Das Judengericht verurteilt das Mädchen zum Tode und der Vater erbittet sich vom Gericht die Erlaubnis, das Urteil an Judith vollstrecken zu dürfen; so glaubt er seinen beleidigten Gott versöhnen zu können. Aber im entscheidenden Augenblick versagt seine Hand. Man hört Lärm, der König, der Judiths Aufenthalt erfahren hatte, naht mit seinem Gefolge. Als das Mädchen erfährt, daß der durch sein abenteuerliches Leben in Prag berüchtigte König ihr Liebhaber sei, gibt sie sich den Tod. Efraim wird an der Leiche seiner Tochter von Wahnsinn befallen. Ein Machwerk schlimmster Sorte ist „D e r J u d e a u s W i s c h a uu (Vyskovsky zid) von V. Lipovsky. Das Stück spielt zur Zeit der Belagerung Wischaus durch die Schweden und zeigt, wie die Juden, denen man die Verteidigung des Tores in der Rosengasse anvertraut hatte, die Stadt für eine Summe Geldes an die Schweden verrieten. Von Vrchlickys „W eisheit des Rabb i", Zeyers „S i m s o n - trilogie" und „Sulamith" war bereits früher die Rede. Ein anderes historisches Drama, „Der J u d e" oder „D i e Erben des Weißen Berge s" („Zid" aneb „Dedicove belohorsti"), von Gustav Touzil, das, wie schon der Titel andeutet, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Prag spielt, zeichnet nach Richard Cumberlands „The Jew" eine prächtige Judengestalt, ein Seiten$tück zu Kolars Falu Eliab. Der Prager Jude Schewa rettet durch ein aus reiner Güte gemachtes Geldgeschenk ein Liebespaar aus arger Not. An Falu Eliab gemahnt er auch durch sein« Liebe zu Böhmen. In die Zeit des Siebenjährigen Krieges fällt die Handlung von Fr. V. Jefäbeks (1836—1893) „M e n s c h e n s o h n" oder „DiePreuß e n i n Böhmen i m Jahre 1757u („Syn cloveka" aneb „Prusove v Cechäch roku 1757u). Die Judenfigur ist hier der Arzt Abraham Benjuda. Dieser mußte bei der Judenvertreibung Maria Theresias, im Jahre 1744 Prag verlassen, ging nach Berlin, brachte es dort zu hohen Ehren und kehrte im Jahre 1757 mit Friedrichs Heer als Spion nach Prag zurück. Sein unheilvolles Eingreifen in das Schicksal der Familien Rodovsky und Zäruba bildet den Inhalt des Dramas. Wenn auch der Dichter den jüdischen Arzt in ungünstigem Lichte darstellt — er versieht ihn mit allen möglichen jüdischen Untugenden —, so trachtet er 46

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