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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 48

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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IRI
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verurteilt; das Mädchen wird wohl gnadenweise von der Todesstrafe befreit, aber mit Ehrverlust bestraft. Castalov soll hingerichtet werden. Um die jungen Leute zu retten, klärt Judiths Ziehvater Daniel das Gericht über den Irrtum auf. Judith und Castolov werden freigesprochen und reichen .einander die Hände zum ewigen Bund. — Das zweite Stück, ,.Das Warschauer Aschenbröde 1", führt uns in das Milieu einer vornehmen polnischen Judenfamilie. Der reiche Kaufmann Rachuel Elbik hat zwei stolze Töchter, von denen die eine mit einem Arzt, die andere mit einem Kaufmann verlobt ist. Im Hause befindet sich auch eine Base der Mädchen, die ein wahres Aschenbrödeldasein führt. Sie übertrifft die beiden Haustöchter an Schönheit und wird gerade darum von ihnen und deren Mutter, der eitlen Frau Jehida, gequält. Jehida ist ehrgeizig und läßt durch ihren Mann den Sohn des reichen und angesehenen Breslauer Kaufmannes Efron einladen, in der Meinung, dieser werde eine der beiden Töchter heiraten. Der junge Efron folgt wohl der Einladung, verliebt sich aber in das Aschenbrödel und führt zum großen Verdruß der Frau Jehida und ihrer Töchter dieses als Gattin heim. Klicperas Zeitgenosse Jos. Kaj. Tyl (1808—1856) zeichnet in der „W a 1 d j u n g f r a uu (Lesni panna) den Landjuden Moreles, einen durchtriebenen Menschen, der sich aber schließlich als gutmütig erweist. Im besten Glauben rät er den Landbewohnern zur Auswanderung nach Amerika. Einem jungen Ehepaar, das sich nach der Rückkehr aus Amerika seiner angenommen hatte, schenkt er sein ganzes Hab und Gut. Klicpera hatte die Judenfrage auf der tschechischen Bühne nur schüchtern berührt, sein Nchfolger in der dramatischen Dichtkunst, Josef Jifi Kolär (1812—1896), behandelte sie bereits mit deutlicher Absicht im Sinne des Tschechojudentums. Kolär ist der Verfasser des Dramas „D erPrag erJud e" (Prazsky zid), das, im Jahre 1874 entstanden, ein Kassenstück ersten Ranges geworden ist und sich bis zum heutigen Tag auf dem Repertoire des tschechischen Theaters zu erhalten vermochte. Es hat etwa folgenden Inhalt: Das Heer Friedrichs von der Pfalz muß Prag fliehend verlassen, denn des Kaisers siegreiches Heer dringt in die Stadt ein. Graf Thum, ein Führer der Aufständischen, kommt zum jüdischen Juwelenhändler Falu Eliab, um sich von ihm zur Auszahlung des Soldes Geld auszuleihen. Er will dem Juden ein kostbares Kleinod zum Pfand geben, doch dieser weist das Anerbieten zurück und verlangt nichts anderes als das Versprechen, Thum werde Böhmen bis zum letzten Blutstropfen gegen die Feinde des Vaterlandes verteidigen. Der Graf hat aber noch eine andere Bitte: Falu Eliab soll seiner Tochter Verena, die der böhmische Adelige nicht mehr aus der Stadt bringen kann, einen Unterschlupf 44

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