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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 42

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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IRI
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Fabrikanten und Kaufleute, auf der anderen die armen, unterdrückten, geknechteten schlesischen Arbeiter. Dort ist Reichtum und Macht, hier Frondienst, Entbehrung und Not. Dieses Mißverhältnis erweckt Bezruc' Unwillen und wir stoßen in den schlesischen Liedern auf manches harte Wort, das der Dichter dem reichen Juden ins Gesicht schleudert. So stellt er den Schnapsjuden und den polnischen Schlaehzizen als ein par nobile fratrum hin. Beide sind Ausbeuter und Schädlinge des schlesischen Volkes, wenn auch jeder von ihnen von besonderer Art ist: Verschieden sind sie von Geblüt und treiben doch dasselbe Zeichen: denn Schnaps bereitet Leiser Low und Marquis Gero brennt desgleichen. Die Leute schuften, daß es dampft, dann trinken sie zum hellen Morgen: wenn Leiser Low nicht warten will, der Marquis Gero wird schon borgen. Die Ostravica dröhnt vor Holz, der Flößer landet in der Öde: das Blut zersetzt ihm Leiser Low und Marquis Gero macht ihn blöde. Schenk' uns die Steuer, laß' die Schuld! wir wollten gerne anders grüßen: und Marquis Gero spuckt nach ihm und Leiser Low tritt ihn mit Füßen. In tauber Nacht wehklagt mein Mund: wenn wir verderben vor dem Tage, daß halb die Sünde Leiser Low und halb sie Marquis Gero trage. Auf ihre Häupter unser Blut, wenn unsere Knochen Rache brennen: Hier auf die Weide Leiser Low! Dort, den sie Marquis Gero nennen! („Par nobile.") In dem Gedichte „Maritschka Magdonova" preßt der Dichter in wenige Strophen die erschütternde Tragödie eines Arbeitermädchens, dessen Tod der jüdische Bürgermeister aus Friedek, Marchfelder, auf dem Gewissen hat: Die Eltern der Maritschka Magdönova 38

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