Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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ein Trümmerhaufen, vom Kapitol blieb nur mehr ein Steinhaufen übrig. Der letzte Bettler endet stolzer als diese verfallene Stadt. Der über das Forum Romanum schreitende Jude wünscht sich aber, daß seine Stimme im Scheol gehört werde und seine Ahnen erfahren, wie Gott den Feind des jüdischen Volkes strafte. Den Christen, die jetzt Rom beherrschen, sagt er dasselbe Ende voraus. Auch auf sie wird Gottes Faust niedersanken. Dann wird Gott nach Jerusalem zurückkehren, wird sich in Zion einen neuen Thron aufrichten lassen und seinem Versprechen gemäß das zerstreute Volk um sich sammeln. Von den übrigen Gedichten Machars, die auf das Judentum Bezug nehmen, seien „Ben Amram" im Buche „Apostel" und „Der Pogrom" in den „Schritten der Geschichte" erwähnt. Der Kyjever Jude Ohaim Rubin wurde durch einen Pogrom nach Wien verschlagen und fühlt sich dort im Schatten der Rothschild, Guttmann, Taussig und Reitzes wohl. Trotzdem sehnt er sich nach seiner Heimat, die ihn so grausam behandelte. Mit Machar geistesverwandt ist Peter Bezruö (* 1867), der sprachgewaltige Sänger von der Not des Ostrauer Arbeiters; in bezug auf das Judentum ist er aber von ihm grundverschieden. Wo immer er in seinen „Schlesisehen Liedern" (Slezske pisne)22) auf Juden zu sprechen kommt, überschüttet er sie mit Spott und Hohn oder er hat ein paar Beschimpfungen für sie übrig. Er wundert sich über den englischen Dichter Lord Byron, der eine Elegie auf sie schreiben konnte, und nennt ihn deshalb einen Phantasten; er selbst habe sich nie dazu entschließen können: „Diese Art hab? niemals ich geschlagen: ungebeugt sind sie trotz allen Dingen; ein Phantast! so durft's der Brite wagen, seine Elegie auf sie zu singen." Eezruc findet keinen Grund zur Bewunderung der Juden, in denen er Schädlinge seiner Volksgenossen sieht: „Kommt der Jude in das Land gezogen, kaum fünf Jahre — sein die ganze Gegend; erst noch Bettler, nun voll Kraft gesogen, das Jus noctis primae lusterwägend." Schon aus diesen zwei Proben ist Bezruc' feindselige Einstellung zum Judentum deutlich erkennbar. In seiner Heimat, den Beskiden, gebe es, so behauptet er, nur zwei Bevölkerungsgruppen: auf der einen Seite stehen der polnische Adel, die reichen jüdischen Grubenbesitzer, 37