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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 40

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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Wege wächst, stehen lassen. Und so leben die Leute tagein und tagaus, nur deshalb — weil E r es durch Moses Mund befiehlt. Um Moses Macht über Israel zu zeigen, sagt der Dichter, sein Anblick wirke ähnlich wie die Knoten einer auf den Nacken niedersausenden Peitsche. Der Atheist Machar spöttelt über Gott und dessen Priester, die sich zum Vermittler zwischen Gott und dem Volke machen und sich besondere Rechte anmaßen. — Auch das Sa^ulgedicht behandelt nur eine ganz kurze Spanne Zeit unmittelbar vor dem Tode des Königs. In seiner verzweifelten Lage — die Philister bedrängen ihn aufs härteste — setzt sich Saul, der die Zauberer verfolgte, mit der Seherin von Endor ins Einvernehmen, damit sie den Geist Samuels aus dem Reiche des Schattens hervorrufe und er sich bei ihm' Rat holen könne. Es geschieht, doch Saul erfährt, daß seine Todesstunde nahe sei. In der Tat bringt der nächste Tag Sauls Niederlage und Tod. Das zweite Buch, „Gift au s Judä a",20) enthält die naturbeschreibenden Gedichte „Palästinensische Landschaft4' (Krajina palestinskä) und „Landschaft von Galiläa" (Krajina galilejskä), wobei die Wirkung der landschaftlichen Schönheiten auf Herodes bzw. Christus besonders hervorgehoben wird. Die sonderbaren Erlebnisse des römischen Matrosen Baibus in Palästina,'die dieser nach einer Rückkehr in die Heimat seinen Kumpanen in der Schenke „Zum Stierkopf" zum besten gibt, bilden den Hauptinhalt des Gedichtes „Z u m S t i e r k o p f" (U byci hlavy). Über das Schicksal eines jüdischen Sklaven, der offenbar mit der 15. Legion aus Palästina in die nördlichsten Gegenden des römischen Reiches kam und dort sein Leben beschloß, berichtet das Gedicht „Carnuntu mu. Im Buche „Die Barbaren" befinden sich drei Gedichte jüdischen Inhalts, Im „Papst und dem Kaiser44 (Papez a cisar) werden in Form einer Reimchronik die, vom Herfelder Mönch Lambert mitgeteilten Begebenheiten aus den Jahren 1073 bis 1106 wiedergegeben, wobei auch von einem Judenpogrom erzählt wird, der durch die Verbreitung der Nachricht von einer Brunnenvergiftung durch die Juden entstanden sein soll. Die aus Lessings „Nathan" bekannte Ringparabel bringt Machar im Gedicht „Die drei R i n g e" (Tri prsteny). Schließlich sei hier das prächtige, die jüdische Renaissance vorausahnende Gedicht „Der Jude wandelt zwischen den Trümmern des Forum ßomanum" (Zid prochazejici troskami Fora Romana) erwähnt.21) Adonai Schaddai vernichtete Jerusalem wegen seiner Sünden. Aber er vernichtete auch das Instrument seines Zornes — die Stadt Rom. Wo einst die Schritte der nach Jerusalem marschierenden Soldaten dröhnten, sieht man jetzt nur mehr verfallene Mauern. Auch Titus ging elend zugrunde. Das einst so stolze Forum ist zerstört, der Palatm ist 36

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