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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 37

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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IRI
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Pascheies und Wahle, mit denen Machar als» kleiner Gymnasiast in reger Geschäftsverbindung stand, der Koliner Rudolf Janowitz, ein sehr gebildeter junger Mann (Vetter des Schriftstellers Fritz Mauthner), zu dem der heranreifende Student Machar in freundschaftlichen Beziehungen stand, der „gute Jude" Adolf Graf, der dem Leutnant Machar ebenso wie anderen Offizieren wiederholt aus Geldnot half, Theodor Ritter v. Taussig, Direktor der Bodenkreditanstalt, Machars Chef durch fast 30 Jahre, der Bibliothekar der Wiener Parlamentsfoibliothek, Regierungsrat S. Lipiner, und Sektionschef Dr. Heinrich Blumenstock Ritter v. Halban; sie beide schätzte Machar wegen ihrer großen menschlichen Vorzüge, und er widmete ihnen ehrenvolle literarische Denkmäler.17) Ferner seien genannt: Der Primarius des Rudolfinerhauses Moskowitz, der an Machar eine Blinddarmoperation vornahm, ein Patient des Rudolfinerhauses, der Hotel- und Kaffeehausbesitaer aus Stanislau, Rosenblatt, eine große Anzahl polnischer Juden, mit denen Machar im Kriege die Zelle Nr. 60 des Wiener Landesgerichtes teilte. Gewiß wären noch viele andere jüdische Persönlichkeiten zu nennen, von denen aber Machar in seinen Werken nicht spricht.18) Machar interessierte sich lebhaft für die Judenfrage und dachte über ihre Probleme nach. Trotzdem er den tschechischen Juden nahe stand, so befand er sich doch im Gegensatz zu ihnen in der Anschauung von der völkischen Einheit sämtlicher Juden. Er behauptete, daß die Stimme des Blutes genug Beweis sei für die Zugehörigkeit der Juden zu einem Volke. Und diese lasse sich sowohl an der Donau wie auch an der Moldau, in Amerika wie in Frankreich vernehmen, sobald den Juden irgendwo in der Welt ein Leid geschehe. Er schlägt seinen jüdischen Landsleuten vor, den Fragebogen bei der Volkszählung folgendermaßen auszufüllen: Nationalität jüdisch, Umgangssprache tschechisch, Religion atheistisch. Letztere Angabe empfahl er den Juden in Konsequenz seiner antikirchlicihen Einstellung. Als sich nach Kriegsende der Antisemitismus in Böhmen wieder in größerem Maß bemerkbar machte und die Juden in Bausch und Bogen der Angeberei, des unsoliden Handels und anderer Vergehen geziehen wurden, stellte sich Machar diesem Treiben in dem Aufsatz „Amnestie" entgegen. Den tschechischen Juden legte er wiederholt seinen Wunschzettel ans Herz, der da lautete: eine Gesamtausgabe der Schriften von S. Kapper, Vikt. Vohryzek, Leda, Klineberger und Rakous und eine tschechische Übertragung aller jüdischer Schriften, die für die Kultur der Menschheit von Bedeutung sind, angefangen von Josephus Flavius bis zu den <mittelalterliclie!n Rabbinern und Spinoza. Machar schrieb ein Buch „Wiener Profile". Darin zeichnete er nebst anderen auch einige jüdische Figuren, mit denen ihn sein Beruf 33

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