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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 35

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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IRI
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Er drückt auf einen Knopf, da erscheint Recha aus einer Tür. Er drückt auf einen zweiten Knopf, da tritt Spranger aus einer zweiten Tür hervor. Beim Drücken des dritten Knopfes erscheint das gerettete Christenmädchen (Chanovskys Braut) in der dritten Tür. Rabbi Low ist rehabilitiert und Perl von ihrer Eifersucht geheilt.15) Wie sich einst Vrchlicky für den Divan Jehuda Halevys begeistert hatte, so zogen ihn später die jiddischen Gedichte Moritz Rosenfelds, die er in der englischen Übersetzung Leo Wieners, des Slavisten der Harvarduniversität zu Cambridge, kennen gelernt hatte, in ihren Bann. In den Ferien des Jahres 1901 bildeten sie seine einzige Lektüre. Mit Hilfe Filipp Lebenharts, der ihm gewisse Jargonausdrücke erklärte, übersetzte Vrchlicky Rosenfelds „LiederausdemGhetto" (erschienen 1905 im Verlag der tschechisch-jüdischen Akademiker) und schickte ihnen eine Biographie Rosenfelds und eine Analyse seiner Werke voraus. Darin bezeichnet er „Auf n Busen von Jama als eines der besten Gedichte, die die Poesie des 19. Jahrhunderts hervorbrachte. Daneben feierte er den jiddischen Jargondichter in der Sammlung „Neue hebräische P o e s i e" durch zwei Gedichte: „Moritz R o s e n f e 1 d" und „D e r b 1 i n d e D i c h t e r" (Rosenfeld — Slepec). Diese Gedichtsammlung enthält außerdem noch folgende Stücke: „Euch" (Väm), ein Dithyrambus auf das jüdische Volk; „Der Thoraschreibe r" (Opisovac tory), ein Ghettobild; „Kisenev", eine Anklage Rußlands seiner Pogrome wegen; „Alte Synagogen" (Stare synagogy), eine Beschreibung alter jüdischer Tempel; „DerLeuchter" (Svicen), die Beschreibung eines neunarmigen Leuchters, den der Dichter von der Schriftstellerin Gabriela Preissovä zum Geschenk erhalten hatte und mit dem er seine Bibliothek schmückte; „Moslim, Protestant und Jude", Eintreten für religiöse Toleranz; „Aus dem Ghetto", ein trauriges Bild aus dem Ghetto: eine arme schwangere Jüdin wird durch christliche Gassenjungen durchs Ghetto gehetzt; eine solche Jüdin, bemerkt der Dichter, schenkte einst Spinoza das Leben. Hieher gehören auch noch die beiden Gedichte „K1 a g e" (Näf ek) und „Auf dem alten Judenfriedhof" (Na starem hfbitove zidovskäm), durch die sich Vrchlicky in den Dienst der tschechisch-jüdischen Propaganda stellte. Wie nahe er der tschechisch-jüdischen Bewegung stand, bewies er dadurch, daß er bis an sein Lebensende nahezu in jeden Jahrgang des tschechisch-jüdischen Kalenders einen Beitrag lieferte. In der „Klag e" fordert er die Juden auf, abzulassen von der Klage um die verlorene Stadt und den verlorenen Tempel. Anstatt der verlorenen Heimat mögen sie eine neue Heimat annehmen, anstatt des Karmel den Vysehrad, anstatt Zions den Rip, anstatt des Jordans die Moldau. In dem Gedicht „A u f 31

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