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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 30

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644305--1036-2645379
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Tochter standhaft, obgleich sie ihr Vater vor dem Tode enterbte. Aber auch nach 20 Jahren darf sich Ben Akiba vor dem Mädchen seines Herzens nicht sehen lassen, denn er hat seine Aufgabe noch nicht erfüllt. Erst nach 30 Jahren der gegenseitigen Treue — Akiba ist inzwischen sehr berühmt geworden, aber sein Haar wurde weiß wie Schnee — können die Liebenden ihre Hochzeit feiern. Von diesem Jugendgedicht Vrchlickys führt ein gerader Weg zu seinem gewaltigsten Werk, zu seiner Gipfelleistung, dem „B a r K.o c h b au. Der Stoff interessierte den Dichter schon von seiner Jugend an, zur Ausführung gelangte das Werk, welches das größte Glied in der Kette der Weltepopoe Vrchlickys darstellt, erst im Herbst 1896 und im Winter 1897. Die Handlung fällt in die Zeit des römischen Kaisers Hadrianus (117—138 n. Chr.). Dieser rief durch seine Maßnahmen — er verwandelte Jerusalem in eine römische Kolonie mit Namen „Aelia Capitolinau, ließ dort heidnische Gotteshäuser errichten, füllte die Städte mit Fremdlingen, verbot den Juden die Beschneidung u. ä. — eine Empörung hervor, die, von Rabbi Akiba geschürt, in den Jahren 133 und 134. als Tinaeus Rufus Statthalter in Palästina war, ihren Höhepunkt erreichte. Akiba brauchte zur Durchführung seiner Pläne den starken Arm eines Kriegers, und er fand ihn in Bar Kochba. Dieser wählte als Stützpunkt seiner Operationen die Stadt Betar, die er befestigte und zu der er unterirdische Gräben behufs Zufuhr von Nahrungsmitteln herstellen ließ. Drei Jahre währte der Kampf. Bar Kochba besiegte den Tinaeus Rufus und auch dessen Nachfolger, bemächtigte sich mehrerer Städte und wurde sogar zum König ausgerufen. Da schickte Hadrian seinen besten Heerführer C. Julius Severus mit einem kriegstüchtigen Heer gegen die Juden und erst diesem gelang es, die Festung Betar nach längerer Belagerung zu Fall zu bringen. Bar Kochbas und Betars Ende sind aber in der Geschichte in Dunkel gehüllt. Das sind die historischen Tatsachen, die dem aus 12 Gesängen, einem Prolog und einem Epilog bestehenden episch-dramatischen Gedichte zugrunde liegen. Sein Inhalt ist folgender: Zu den Ruinen des Tempels von Jerusalem, wo sich das Volk Israel zu versammeln pflegt, um Klagelieder anzustimmen, kommt auch Mirjam, eine einfache Judenfrau, mit ihrem siebenjährigen Söhnchen Bar Kochba. Der Knabe schläft vor Müdigkeit ein und über seinem Haupte leuchtet ein großer Stern auf. Auch der in Israel allseits verehrte, hochgelehrte Akiba kommt mit Rabi Meir an diesen Ort und prophezeit angesichts der sonderbaren Erscheinung dem Knaben eine große Zukunft: er werde der Erlöser des jüdischen Volkes werden. 26

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