Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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Grab vernichtet habe, damit das Volk aus ihm keinen Götzen mache. Im „BergNebo" zieht Vrchlicky einen Vergleich zwischen seinem Leben und dem Moses. Ein sonderbares, vollständig erdachtes Motiv, das nur durch das Milieu an die Bibel erinnert, enthält das Gedicht „DerSchuldig e?" (Kdo vinen). Der reiche, aber bejahrte Simeon liebt die schöne Debora, ein armes Mädchen, und hält um ihre Hand an. Sie erbittet sich 3 Tage Bedenkzeit und erklärt sich am vierten Tage bereit, seine Frau zu werden. Doch verlangt sie von ihm ein Versprechen: sollte sie sich einmal mit einem anderen Mann vergessen, so wolle sie jede Strafe auf sich nehmen, nur aus dem Hause ihres Gatten dürfe sie nicht vertrieben werden (den Vertreibungsbrief dürfe sie nicht erhalten). Simeon und Debora leben einige Jahre glücklich miteinander, nur Deboras Unfruchtbarkeit betrübt den Gatten. Einst zog Simeon in die Berge, um Vieh einzukaufen, und ließ die blühende, nach Liebe dürstende junge Frau allein zurück. Da kam eines Abends ein schöner Jüngling als Bote Simeons mit einer Herde Vieh und erbat von Debora ein Nachtlager. Diese gewährte es und brach mit ihm die eheliche Treue. Bald darauf kehrte Simeon mit einer zweiten Herde zurück. Debora gestand ihm ihre Schuld. Da griff Simeon in einen Sack nach dem Geschenk, das er ihr von der Reise mitgebracht hatte. Es waren zwei in Rubine gefaßte Perlen, nämlich die trüben Augen von Deboras Geliebten, umgeben von erstarrtem Blut. Simeon hielt Wort. Er trieb Debora nicht aus dem Hause, doch mußte sie zur Strafe die Augen des Geliebten als Ohrgehänge tragen und durfte sie niemals ablegen. — Auch hier (sowie in „Lamech") klingt Vrchlickys Unglück in der Ehe nach. Es scheint, als ob der Dichter seine Frau entschuldigen und einen Teil ihrer Schuld auf sich nehmen wollte. Dem „Buch der Richter" entlehnt Vrchlicky den Stoff zu zwei Gedichten über Jephta („D ie Tochter Jephta su, „Das Lied der Tochter Jephta s"), ferner zu einem Simson-Drama und zwei Simson-Gedichten. Das erste der beiden Jephta-Gedichte hält sich genau an die Bibel, das zweite ist erotisch zugespitzt. Mit Simson beschäftigen sich die „Trilogie von Simson", bestehend aus den beiden Akten „Simson bei den Philistern" und „S i mson und Dalila" und dem lyrischen Intermezzo „Simson in der Wüste", ferner die beiden Gedichte „Dalilas Buße" (Po'känl Dalily) und „S i m s o n in der Stampf mühle" (Simson stoupy slapajici). Das Buch „Ruth" findet ein Echo in Vrchlickys Gedichten „Ruths Ähre n" (Klasy Rutiny) und „NactdemBuchEuth" (Die knihy Rut). Mit Ruths Urenkel David befassen sich die Gedichte „David singt vor Saul" (David zpivä Saulovi) und „S a u 1". In diesen 22