Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 3 (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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Noe erscheint in dem Gedicht „Noe u n d Sa tan", worin Vrchlicky die Erzählung aus dem Talmud wiedergibt, wie Noe mit Satans Hilfe Reben pflanzte und wie sich der Genuß ihres Weines auswirkte. „AusdemLeben der Patriarchen" (Ze zivota patriarchü) ist eine alttestamentarische Idylle, in der das ewig sich gleichbleibende patriarchalische Leben eines althebräischen Hirtendorfes beschrieben wird. Dem Dichter gefällt dieses »sorglos glückliche Dasein und er bemerkt ironisch, ob wir es denn mit unseren technischen Errungenschaften gar so weit gebracht hätten! Die Vernichtung der sündhaften Stadt Sodom schildert Vrchlicky im Gedicht „E k l o g e der Enge lu. Den Rahmen bildet der Bericht des Engels Sephor an Ithuriel über die Vernichtung der Stadt, den Hauptinhalt die Beschreibung des Unterganges und die Erzählung, wie der Engel Etiniah an der Seite von Lots Tochter dem Untergange zu trotzen versuchte. Stofflich verwandt sind diesem Gedicht die „V erfluchten S t ä d t e" (Zatracenä mesta). Sowohl hier wie dort kommt das erotische Element stark zur Geltung. Ein kurzes Gedichtchen beschäftigt sich mit dem Patriarchen Jakob („J akobs E ng e 1 s 1 e it er", Andelsky zebfik Jakubüv), ein anderes mit dem ägyptischen Josef (Josef). Eine Anspielung auf die Knechtschaft der Juden in Ägypten enthalten die beiden Gedichte „Frage ohne Antwor t" (Otäzka bez odpovedi) und „Dialog in der Wüste" (Dialog v pousti). Mehrere Gedichte Vrchlickys sind Mose gewidmet. Daß der Dichter seine Bedeutung für die Kultur der Menschheit hoch einschätzte, sehen wir aus den „Vier Stimmen" (Ctyfi hlasy), wo er ihn Buddha, Christus, Sadi und Hafis zur Seite stellt. Wie Mose bei seiner Rückkehr vom Sinai das Volk Israel um das goldene Kalb tanzen sah und aus Zorn darüber die Gesetzestafeln zertrümmerte, besehreibt Vrchlicky im Gedichte „Am Wege vom S i n a i" (Cestou ze Sinaje). — Den Zwiespalt in Israel erklärt das Gedicht „Moses Schatten" (Stin Mojzisüv): Den vom Berge Sinai zurückkehrenden Führer erwartet am Fuße des Berges auf der einen Seite seine getreue Schar, auf der anderen stehen die abgefallenen Stämme. Diese wollen hinter Mose, als seinen Schatten, den Satan schreiten sehen mit einem für ihren Nacken bestimmten Mühlstein. Mit Moses Tod beschäftigen sich die Gedichte „K ampf um den Leichna m" (Boj o mrtvolu) und „M o s e s Grab" (Hrob Mojzisüv), die beide eine Satire auf den Götzendienst enthalten. In ersterem streiten der Erzengel Michael und der Satan um Moses Leichnam. Michael ist Sieger und entführt den Leichnam in die Höhe. Satan wollte aus Mose einen Götzen machen, da jedes Volk seine Götzen brauche. Im zweiten Gedicht wird erzählt, wie der Engel Moses 21