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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1931-01-01 · 3 (1931) · page 24

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
3 (1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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dem Sündenfall genossen die ersten Mensehen das Liebesglück mit vollen Zügen. Sie waren nicht allein, Zeugin ihrer Liebe war die Schlange („E rste Idylle im Paradie su, Prvni idylka rajskä). Von Adams Untreue, der seine Gattin mit der Teufelin Lilith betrügt, handelt das Gedicht „Lilita". Adam übertrug' einen Tropfen Gift von Lilith auf Eva und durch sie erfaßte das Gift das Denken und Fühlen des ganzen Menschengeschlechtes und prägte sich in dessen Unersättlichkeit aus („I n s a t i a t au). Adam und Eva fliehen, von einem Engel verfolgt, aus dem Paradies. Sie bitten ihn an der Schwelle des Paradieses, zurückkehren z:ii dürfen; doch Gott erlaubt es nicht. Er schenkt ihnen als Ersatz für das Paradies — den Tod („D i e Offenbarung beim Paradiesto ru, Zjeveni u rajske bräny). Der erste Mensch hätte mit einem Schlag seinem Leben ein Ende machen und so den künftigen Geschlechtern alle Qual ersparen können. Er tat es nicht, denn er hing zu sehr am Leben („D er erste Mensc ha, Prvni clovek). Auch heute könnte die Welt ein großes Paradies sein, wenn jeder Mann ein Adam und jede Frau eine Eva wäre, wenn sich beide Geschlechter mit wahrhafter Liebe umfingen („E d e n"). Überaus schönen Ausdruck fand bei Vrchlicky das Motiv von Rains Tod, das bekanntlich in der Weltliteratur große Verbreitung hat. Ihm wurde es durch Victor Hugo und Leconte de Lisle nahegebracht. In einer der ersten Gedichtsammlungen Vrchlickys „G eist und W e 1 tu befindet sich das Gedicht „Das erste Opfer" (Prvni obef), worin Gott von Kain um Bestrafung für den Brudermord angefleht wird. Gott straft ihn jedoch nicht mit dem Tode, sondern mit Gewissensqualen. Nach mehr als 20 Jahren kehrte der Dichter in der Sammlung „V o t i v t a f e 1 n" zu dem Kainmotiv zurück und schrieb das prächtige Gedicht „Kains T o d" (Smrt Kainova), in dem das viele Menschenalter währende Harren Kains auf den Tod und seine Erlösung dargestellt werden. Im Gedichte „L a m e c hu spiegelt sich die durch die eheliche Untreue seiner Gattin aufgewühlte Seele Vrchlickys wider. Lamech hatte zwei Frauen, Ada und Silla. Von Silla betrogen (Noemi ist das Kind der sündhaften Liebe), lauert Lamech dem Störer seines Eheglücks auf. Dieser ist ein Engel, den Lamech mit einer Keule tötet. Silla büßt die Geburt des Kindes mit ihrem Leben. Lamech läßt das unschuldige Kind Noemi die Sünde der Mutter nicht entgelten. Der gequälte Mann findet Trost bei Ada. In dem Gedicht „Duettausdem Altertu m" (Duo z praveku) unterhalten sich die beiden Söhne Lamechs über ihre Verdienste um die Welt. Tubalkain gab der Menschheit die Haus-, Feld- und Jagdgeräte, Jubal die Lieder. So stellten Jubal und Tubalkain die beiden Pole menschlichen Geistes dar. 20

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